Alphabetisches Analysenverzeichnis

Toxoplasma-gondii-AK (IgM/IgG)

Toxoplasmose-AK

Material

2 ml Serum

Referenzbereiche

negativ

Klinische Relevanz

Mutterschaftsvorsorge

Immunstatus

Akute Toxoplasmose (Lymphadenopathie)

Bei Immunsuppression:

Zerebrale Toxoplasmose

Interstitielle Pneumonie

Anmerkungen

Die Erstinfektion mit Toxoplasma gondii verläuft in den meisten Fällen (etwa 90 %) asymptomatisch. Nur bei einem kleinen Teil der Patienten treten nach einer Inkubationszeit von 2-3 Wochen Grippe-ähnliche Symptome, Diarrhoen oder zervikale bzw. generalisierte Lymphadenopathien auf. Etwa 50 % der Erstinfektionen während der Schwangerschaft führen zu einer konnatalen Toxoplasmose. Dabei steigt das Transmissionsrisiko im zeitlichen Verlauf an (1. Trimenon: 4-15 %; 2. Trimenon: 45 %; 3. Trimenon: 65 %), während gleichzeitig das Risiko einer fetalen Schädigung abnimmt. Eine Labordiagnostik ist insbesondere indiziert zur Abklärung des Immunstatus vor bzw. zu einem möglichst frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft. Stufendiagnostik: Es wird zunächst ein AK-Suchtest durchgeführt. Fällt dieser reaktiv aus, erfolgt eine Differenzierung der AK (IgM und IgG). Werden IgG-AK ohne korrespondierende IgM-Reaktion nachgewiesen, ergeben sich keine weiteren Konsequenzen, weil von Immunschutz für das ungeborene Kind ausgegangen werden kann. Die IgM-Reaktion kann nach Primärinfektionen jahrelang persistieren, so dass bei Nachweis von IgM-AK eine Aviditätsbestimmung der IgG-AK zur weiteren Eingrenzung des Infektionszeitpunktes erfolgt. Darüber hinaus ist eine Kontrolle des IgM-Befundes nach 2 Wochen zu empfehlen. Zur Abklärung einer konnatalen Infektion sollte beim Neugeboren neben IgM- und IgG-AK auch IgA-AK bestimmt werden, da diese eine signifikant höhere Sensitivität aufweisen. Der Nachweis von IgM- oder IgA-AK beim Neugeboren gilt als Beweis für eine konnatale Infektion. Ferner sind im ersten Lebensjahr Verlaufskontrollen zur Abklärung eines möglichen IgG-Titeranstiegs sinnvoll. Ggf. kann auch eine vergleichende Untersuchung des AK-Profils von Mutter und Kind mittels Immunoblot durchgeführt werden. Bei immunsupprimierten Patienten sowie bei Patienten mit HIV-Infektion und schlechtem Immunstatus (< 100-200 CD4-Zellen/µl) kann es zu einer Reaktivierung kommen, die sich als zerebrale Toxoplasmose oder interstitielle Pneumonie manifestieren kann.

 

Nicht namentliche Labor-Meldepflicht gem. IfSG bei konnataler Toxoplasmose. Die Meldung erfolgt direkt an das Robert-Koch-Institut.

Anforderungsscheine

Stand: 01.11.2018

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