Alphabetisches Analysenverzeichnis

Pyridinolin (PYD) und Desoxypyridinolin (DPD)

Pyridinoline, Crosslinks

Material

10 ml des zweiten oder ersten Morgenurins, lichtgeschützt und gekühlt

Referenzbereiche

siehe Befundbericht

Umrechnungsfaktor

nM/mM Krea x 3,796 = µg/g Kreatinin

Verfahren

HPLC

Sonstiges

Fremdlaborleistung

Klinische Relevanz

Erhöhte PYD-, DPD-Ausscheidung:

1. Bei verstärktem Knochenabbau:
- unbehandelte postmenopausale Osteoporose
- unbehandelter primärer Hyperparathyreoidismus
- Morbus Paget
- osteoblastische Metastasen
- unter Cortisontherapie
- Hyperthyreose
- Therapiekontrolle
- Erkennung von sekundärer Osteoporose und HPT
- multiples Myelom

2. Bei verstärktem Knorpelabbau:
- rheumatoide Arthritis (nur PYD)

Anmerkungen

Pyridinolin (PYD) und Desoxypyridinolin (DPD) sind Crosslinker des reifen Kollagens.

 

Deutlicher Tagesrhythmus der Ausscheidung mit Maximum zwischen 5 und 8 Uhr sowie Minimum zwischen 14 und 23 Uhr. Daher sind im 24 Std. Urin PYD und DPD bis zu 30 % gegenüber einem 1. Morgenurin erniedrigt. Eine Messung im zweiten Morgenurin ebenfalls sehr aussagekräftig.

 

Gleichzeitige Bestimmung von PYD und DPD notwendig:

Während DPD ausschließlich im Knochen vorkommt, findet sich PYD auch im Knorpel und in geringen Mengen in Sehnen, Bändern und Gefäßen. Beide Komponenten werden bei der Kollagendegradation freigesetzt und renal ausgeschieden. Es besteht eine enge Korrelation zwischen der Knochen-Resorptionsrate und der renalen Ausscheidung von PYD und DPD. Bei verstärktem Knorpelabbau (z.B. rheumatoide Arthritis) wird vorwiegend PYD ausgeschieden. Unter Östrogentherapie bei postmenopausaler Osteoporose sowie nach Parathyreoidektomie bei primärem Hyperparathyreoidismus schnelle Normalisierung der PYD- und DPD-Ausscheidung.

Siehe auch unter Cross-Laps im EDTA-Plasma.

P: Probe bitte lichtgeschützt und

gefroren bzw. wenigstens gekühlt ins Labor bringen lassen

(Postversand: gefroren versenden)

Stand: 04.09.2020

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