Alphabetisches Analysenverzeichnis

Procalcitonin

PCT

Material

1 ml Serum, gekühlt

Referenzbereiche

< 0,046 ng/ml

Klinische Relevanz

Differentialdiagnostische Abgrenzung schwerer bakterieller Infektionen von abakteriellen Inflammationen, z.B.:
- SIRS
- ARDS
- Pankreatitis
- Meningitis

Infektionsmonitoring von Risikopatienten, z.B.:
- polytraumatisierte Patienten
- post-operative Verläufe
- immunsupprimierte Patienten

Therapiemonitoring (Verlaufskontrolle) und prognostischer Marker z.B.:
- Patienten mit schweren Infektionen (u.a. Peritonitis), Sepsis, Multiorganversagen

Anmerkungen

Procalcitonin (PCT) ist ein Entzündungsparameter mit hoher Spezifität für systemisch relevante bakterielle, parasitäre und pilzbedingte Infektionen. PCT, ein 13 kDa-Polypeptid, stellt das Propeptid des Calcitonins dar. Unter physiologischen Bedingungen wird das in den C-Zellen der Schilddrüse gebildete PCT proteolytisch zu Calcitonin degradiert. Das im Rahmen systemischer Infektionen nachweisbare PCT wird überwiegend extrathyreoidal gebildet.
Die Halbwertszeit des ex-vivo stabilen PCT beträgt ca. 25 - 30 Std. Bei systemisch wirksamen bakteriellen, pilzbedingten oder parasitären Infektionen korreliert die Höhe der PCT-Konzentration. Bei schweren septischen Erkrankungen und Multiorganversagen treten hohe PCT-Konzentrationen (10 -> 100 ng/ml) auf. Auch ohne eine bakterielle Infektion kommt es bei schweren Schockzuständen und Multiorganversagen zu erhöhten Werten, die jedoch meist unterhalb der Werte vergleichbarer Patienten mit bakteriellen Ursachen liegen. Im Gegensatz beispielsweise zum CRP induzieren virale Infektionen, allergische Reaktionen, chronisch-degenerative Entzündungen, Autoimmunerkrankungen sowie entzündliche Systemerkrankungen, die meisten OP-Traumen und akute sowie chronische Transplantatabstoßungen trotz starker inflammatorischer Komponente keine oder nur eine geringe (< 0,5 - 2 ng/ml) PCT-Erhöhung. Des weiteren führen neoplastische Erkrankungen, abgesehen vom medullären Schilddrüsenkarzinom und einigen kleinzelligen Bronchialkarzinomen nicht zu einem PCT-Anstieg. Lokal begrenzte Infektionen, wie z.B. Abszesse, Sinusitiden, Schleimhautinfektionen stimulieren in der Regel nicht die PCT-Synthese. Auch Pneumonien führen nicht notwendigerweise zu einer erhöhten PCT-Konzentration. Nach bisherigem Kenntnisstand hemmt eine immunsuppressive Therapie die PCT-Induktion nicht.


Cave: Referenzbereich richtet sich nach klinischer Fragestellung.

Stand: 18.06.2018

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