Gefährdungsanalyse

§ 16 der Trinkwasserverordnung richtet sich an den Eigentümer und beschreibt die Maßnahmen, die er im Falle einer Überschreitung des technischen Maßnahmewertes vorzunehmen hat, u. a. die Erstellung einer Gefährdungsanalyse.

Relevant wird die Gefährdungsanalyse immer dann, wenn der technische Maßnahmewert von >100KBE/100 ml für die Legionellenkonzentration überschritten wird oder aus anderen Gründen eine Verpflichtung für eine Gefährdungsanalyse vorliegt. § 16 Abs. 7 TrinkwV schreibt für den Unternehmer oder sonstigen Inhaber einer Wasserversorgungsanlage unverzügliche Handlungspflichten im Überschreitungsfall vor.

Die Handlungspflichten sind im Wesentlichen:

  • Unverzügliche Untersuchung der Ursachen (u.a. Ortsbesichtigung)
  • Unverzügliche Erstellung einer Gefährdungsanalyse nach VDI Richtlinie 6023
  • Umsetzung der sich daraus ergebenden erforderlichen Maßnahmen

Grenzwertüberschreitungen und resultierende Maßnahmen sind dem Gesundheitsamt mitzuteilen. Die Verbraucher sind unverzüglich zu informieren. Weiterhin besteht eine Dokumentationspflicht über die durchgeführten Maßnahmen. Die Gefährdungsanalyse ist hierfür eine wesentliche Grundlage. Verstöße gegen die Handlungspflichten sind Ordnungswidrigkeiten und können ordnungsrechtlich geahndet werden.

Ferner sei angemerkt, dass im Vorfeld einer Beprobung die Warmwasser-Installation auf Einhaltung der allgemeinen anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) und eine mögliche Legionellen-Gefahr geprüft werden sollte, um den deutlich größeren Folgeaufwand im Falle eines positiven Befundes zu vermeiden. Hier bietet sich ebenfalls die betrachtete Gefährdungsanalyse an, die dann auch als Grundlage für eine tiefere Gefährdungseinschätzung nutzbar ist, sollten dennoch Legionellen festgestellt worden sein.

Das Labor Lademannbogen bietet im Rahmen der TrinkwV/UBA-Empfehlung die Gefährdungsanalyse nach VDI Richtlinie 6023 an. Gerne erstellen wir Ihnen ein detailliertes Angebot.

Bei Rückfragen steht Ihnen Hr. Wolfgang Otto (Sachverständiger nach VDI 6023 Kat.A) unter (040) 53805 262 gerne zur Verfügung.

VDI = Verein Deutscher Ingenieure; UBA = Umweltbundesamt; TrinkwV = Trinkwasserverordnung