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Die Influenza ist eine Infektionskrankheit, die den Menschen bereits seit Jahrhunderten begleitet. In Deutschland treten Grippeerkrankungen saisonal gehäuft im Winterhalbjahr auf, mit einem Gipfel der Krankheitsfälle von Dezember bis Februar. Diese Infektionen werden durch Influenzaviren Typ A und B verursacht. Eine weitere Gruppe von Influenzaviren (Typ C) verursacht nur sporadisch Infektionen beim Menschen. Im Gegensatz zu den Infuenzaviren Typ B und C, die nur beim Menschen vorkommen, besitzen Influenza-A-Viren ein breites Wirtsspektrum (Mensch, Vögel, Schwein, Pferd u.a.). Influenza-A-Viren weisen eine hohe genetische Variabilität auf und werden, basierend auf Unterschieden in den beiden Membranproteinen Hämagglutinin (H1-H15) und Neuraminidase (N1-N9), in zahlreiche Subtypen eingeteilt. Die Pathogenität und Suszeptibilität verschiedener Spezies ist von der HN-Kombination abhängig. Humanpathogene Viren besitzen überwiegend H1, H2 oder H3 bzw. N1 oder N2, während bei Vögeln alle Varianten vorkommen. Aus dem genetischen Reservoir der Vogelgrippeviren können sich durch Rekombination von Zeit zu Zeit Varianten mit stark veränderter Antigenität entwickeln, die sich plötzlich und unaufhaltsam in der Bevölkerung ausbreiten. Die Immunreaktionen aus früheren Infektionen vermitteln in diesen Fällen keinen Schutz. Auch geimpfte Personen sind gefährdet, so dass praktisch jeder infiziert werden kann. Solche „neuen“ Influenzavirusstämme können sich über den gesamten Erdball ausbreiten und Pandemien verursachen. Die schlimmste verzeichnete Pandemie wütete 1918/19 als spanische Grippe und forderte mehr als 20 Millionen Todesopfer. Weitere Pandemien traten 1957 (asiatische Grippe), 1968 (Hongkong-Grippe) und 1977 (Russische Grippe) auf. Die Grippewellen wurden nach der Region des ersten Auftretens benannt, neuere Erkenntnisse aber weisen darauf hin, dass alle Pandemien ihren Ursprung in China hatten.
Gesundheitsexperten warnen schon seit einiger Zeit davor, dass die nächste Pandemie jederzeit ausbrechen könnte und durchaus so verheerend verlaufen könnte wie 1918. Diese Befürchtungen stützen sich auf das 1997 als Auslöser der Geflügelpest in Hongkong gefundene Influenza-A-Virus H5N1. Dabei handelt es sich um ein hochpathogenes Vogelgrippevirus mit einer Mortalität bei Geflügel von über 90%. Beim Ausbruch der Geflügelpest in Hongkong wurden vereinzelt aber auch Menschen infiziert. Die Übertragung von H5N1 erfolgte durch engen Kontakt mit infizierten Vögeln und verursachte schwere Erkrankungen, die bei einem Drittel der Betroffenen tödlich verliefen. Seit Januar 2004 starben in Thailand, Vietnam und Kambodscha über 40 Menschen an der Vogelgrippe. Nach Mitteilungen der WHO wurden auch aus der Türkei bislang 20 bestätigte H5N1 Infektionen beim Menschen gemeldet. Das Auftreten von H5N1 in der Türkei beruht auf der in Asien inzwischen massiven Ausbreitung der Viren unter Hühnern und auch bei Wildvögeln (vor allem Enten). Das Reservoir ist zudem kaum kontrollierbar, da Enten das Virus über Kot und Sekrete ausscheiden, in der Regel aber ohne zu erkranken.
Eine effiziente Übertragung von H5N1-Virus von Mensch zu Mensch ist bis heute nicht bekannt. Es besteht aber potentiell die Gefahr, dass H5N1-Virus durch Mutationen oder Genaustausch diese Eigenschaften erwerben kann. Ein Impfstoff ist zurzeit nicht verfügbar. Die Schwierigkeit in der Entwicklung einer effektiven Impfung gegen die humane Vogelgrippe besteht vor allem darin, dass die Struktur der putativen, an den Menschen adaptierten H5N1-Viren schwer vorhersehbar ist.
Mit der Veranstaltung wird in erster Linie der Frage nachgegangen, ob wir auf eine neue Pandemie vorbereitet sind. In den beiden Vorträgen werden die vorhandenen Schutzmaßnahmen und therapeutischen Möglichkeiten beschrieben. Darüber hinaus wird auf die diagnostischen Verfahren zum Nachweis von Influenzavirus-Infektionen und die Differenzierung „gewöhnlicher“ Grippeviren und H5N1 eingegangen.
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