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Gelenksymptome sind ein häufiger Vorstellungsgrund in der Praxis. Als Ursache kommen neben degenerativen, traumatischen und Überlastungs-Syndromen auch die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen in Betracht. Akute Arthritiden äußern sich durch Ruhe- und Bewegungsschmerzen der betroffenen Gelenke, durch eine bei Palpation tastbare Kapselschwellung und Druckschmerzhaftigkeit. Wichtigste Ursachen einer akuten Monarthritis sind Gicht, Gelenkinfektionen und infekt-induzierte Arthritiden. Ist mehr als ein Gelenk betroffen, erweitert sich die Differentialdiagnose um Oligoarthritiden und Systemerkrankungen wie Kollagenosen, Vaskulitiden und andere rheumatologische Krankheitsbilder. Wesentlich ist auch die rechtzeitige Abklärung einer rheumatoiden Arthritis (RA), da ihre Früherkennung und Frühtherapie den ansonsten chronisch-progredienten Verlauf entscheidend beeinflussen können. Bei jeder Arthritis von mehr als drei Monaten Dauer oder von drei und mehr Gelenken sollte ein Rheumatologe hinzugezogen werden. Als Anlaufstellen dienen die rheumatologischen Praxen und insbesondere die Früherkennungs-Ambulanzen der spezialisierten rheumatologischen Krankenhausabteilungen.
Der serologische Nachweis von Autoantikörpern gegen cyclische citrullinierte Peptide (CCP) unterstützt die klinische Diagnostik der RA. Während die Rheumafaktoren (RF) einen sehr sensitiven Marker der RA darstellen, jedoch auch bei anderen autoimmunen oder infektiösen Erkrankungen nachweisbar sind, sind die anti-CCP-Antikörper ausschließlich bei der RA nachweisbar. Zudem sind die anti-CCP-Antiköprer zu einem sehr frühen Zeitpunkt der RA nachweisbar, so dass ein therapeutisches Vorgehen rechtzeitig möglich ist. Darüber hinaus weisen die anti-CCP-Antikörper einen prognostischen Wert auf, da sie zum Teil bereits mehr als ein Jahr vor klinischer Manifestation nachweisbar sind.
Im Zentrum der Behandlung der RA steht die medikamentöse Therapie. Im wesentlichen stehen drei Medikamentengruppen zur Verfügung: Nicht-steroidale Antirheumatika inklusive der augenblicklich kontrovers diskutierten COX II- Hemmer werden für die Dauertherapie der RA wegen der teils erheblichen Nebenwirkungen zwar zunehmend kritisch betrachtet, werden aber als "therapeutische Brücke" in der Frühphase einer RA bis zur sicheren Diagnosestellung oder im Stadium der Sekundärarthrosen als abendliches Analgetikum eingesetzt. Corticosteroide erleben hingegen eine Renaissance als begleitende "low-dose" Therapie der RA. Basistherapeutika (BT) sind der entscheidende Therapiebaustein, der keinem RA-Patienten mit aktiver Erkrankung vorenthalten werden darf. Den Goldstandard bildet trotz neuerer BT-Entwicklungen auch heute noch niedrig dosiertes Methotrexat (MTX). Dem weit verbreiteten Vorurteil, dass die medikamentöse Behandlung der RA gefährlicher sei als fatalistisches Zuwarten bis zur Invalidisierung, kann nicht energisch genug widersprochen werden.
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