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Herzinfarkt und Schlaganfall sind für etwa die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich, rufen darüber hinaus chronische Behinderungen hervor und tragen damit erheblich zu den Kosten im Gesundheitswesen bei - der Prävention kommt darum eine besondere Bedeutung zu.
Basierend auf den Ergebnissen der PROCAM-Studie wurde ein Algorithmus entwickelt, der es erlaubt, das individuelle Herzinfarktrisiko zu bestimmen. Diese Methode wird von der "International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease" und der "International Atherosclerosis Society" empfohlen und steht ab sofort im Labor Prof. Arndt & Partner zur Verfügung.
Ergebnisse der PROCAM-Studie zeigen, dass 7,5% der männlichen arbeitenden Bevölkerung trotz fehlender Symptome ein über 20%iges Risiko haben, innerhalb von 10 Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden. Von der Möglichkeit, mit der einfachen Methode frühzeitig das Herzinfarktrisiko zu bestimmen und gezielte Therapiemaßnahmen einzuleiten, können insbesondere diese Patienten profitieren. Die Risikostratifizierung erlaubt außerdem eine "risikoadaptierte" Therapie, die sich am Globalrisiko des Patienten ausrichtet und nicht an einzelnen Meßwerten.
Neben den im PROCAM-Algorithmus berücksichtigten "klassischen" Risikofaktoren, wie LDL- und HDL-Cholesterin, gehören zur Gesamtabschätzung des kardiovaskulären Risikos auch "neuere" Risikofaktoren, wie Lipoprotein(a) und Homocystein. Diese konnten bei der Ende der 70er Jahren gestarteten PROCAM-Studie nicht berücksichtigt werden.
Die Intensität der Therapie orientiert sich an der Höhe des Risikos. Eine entscheidende Erkenntnis der Interventionsstudien der vergangenen Jahre ist die, dass sich Korrektur eines Risikofaktors und Risikoreduktion nicht notwendigerweise decken. Beispielsweise hat die Einstellung des Blutzuckers keinen messbaren Effekt auf die Herzinfarktrate des Diabetikers. Andererseits mussten wir kürzlich lernen, dass die Lipidtherapie selbst bei gut eingestellten Hypertonikern einen zusätzlichen Nutzen hat. Das wiederum füllt die therapeutische Lücke der Hochdrucktherapie mit Antihypertensiva, die selbst nur einen marginalen Effekt auf die Herzinfarktfrequenz haben.
Nur das Zusammenwirken aller zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu Diagnostik und Therapie wird den vollen Erfolg garantieren. Das macht Prävention aufwendig, was die Notwendigkeit der Auslese nach Risiko einmal mehr unterstreicht. Die Alternative ist, das Risiko durch Lebensstil zu reduzieren. Nur die Complicance steht dem entgegen. Der Einfluß von Ernährung und körperlicher Aktivität auf das Risiko ist immens. Genauso erfolgreich ist die engagiert durchgeführte Lebensstiländerung.
Der PROCAM-Algorithmus erlaubt uns, die komplexen Zusammenhänge der kardiovaskulären Risikofaktoren besser denn je abzuschätzen, medizinisch wirkungsvoll und ökonomisch sinnvoll die Patienten einer intensiven medikamentösen Therapie oder primär einer Lebensstiländerung zuzuführen und den Erfolg vorherzusagen.
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