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Infektionskrankheiten gehören weltweit zu den am häufigsten zum Tode führenden Erkrankungen. Die frühe Erkennung einer Infektion, der frühe Nachweis des verursachenden Mikroorganismus und die frühe Einleitung einer wirksamen Antibiotikatherapie sind entscheidend für den Verlauf der Erkrankung. Die in den letzten Jahren zum Teil dramatische Zunahme von Bakterienstämmen mit breitem Resistenzenspektrum gegen antibakterielle Substanzen schränkt die therapeutischen Möglichkeiten erheblich ein und stellt klinisch, epidemiologisch und ökonomisch ein ernsthaftes Problem dar. In Endemieregionen ist die Möglichkeit des Einsatzes kostengünstiger und für den Patienten nebenwirkungsarmer Antibiotika im Rahmen einer kalkulierten antimikrobiellen Therapie erheblich eingeschränkt.
Diese besorgniserregend rapide Ausbreitung multiresistenter Infektionserreger ist weltweit bei vielen Gram-positiven und Gram-negativen Bakterien zu beobachten. Die bekanntesten Formen der Mehrfachresistenz bei Gram-positiven Bakterien sind die Methicillinresistenz bei Staphylococcus-aureus-Stämmen (MRSA) und die seit einigen Jahren mit zunehmender Häufigkeit auftretende Vancomycin-Resistenz bei Enterokokken.
Bei Gram-negativen Bakterien führt seit Mitte der Achtzigerjahre die Plasmid-kodierte Produktion von sogenannten „Extended-Spectrum-Beta-Laktamasen“ (ESBL) zu einer Resistenz gegenüber Cephalosporinen der dritten Generation. Wegen der Assoziation der ESBL-Produktion mit einer ausgeprägten Resistenz der Bakterien gegen eine Vielzahl von Antibiotika anderer Substanzklassen, wie z. B. Chinolone, Aminoglykoside, Sulfonamide und Tetrazykline, stellten bis vor Kurzem die Carbapeneme, wie z. B. Imipenem oder Meropenem, die einzige noch verbliebene therapeutische Alternative dar. In jüngster Zeit sind jedoch erste Berichte über das Auftreten von Carbapenem-resistenten Bakterien erschienen. Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang eine Assoziation zwischen der ESBL-Produktion und der Expression bestimmter Virulenzmerkmale, die auf eine erhöhte Pathogenität ESBL-produzierender Stämme hinweist. Beachtenswert sind ferner Infektionen mit mehrfachresistenten Pseudomonas-aeruginosa- und Burkholderia-cepacia-Stämmen, die oft bei Patienten mit Mucoviszidose zu finden sind und die wegen ihrer Therapieresistenz als häufige Todesursache bei diesen mehrheitlich jungen Patienten gelten.
Mit dieser z.T. Fall-orientierten interaktiven Veranstaltung möchten wir Ihnen Gelegenheit für einen regen Informationsaustausch zu aktuellen Fragen der Diagnostik, Therapie und Prävention von Infektionen mit multiresistenten Erregern bieten. Ihre Anregungen und Mitarbeit, z. B. in Form von Kasuistiken, sind dabei sehr herzlich willkommen
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