Volkskrankheit Diabetes – Neue Aspekte aus Diagnostik und Therapie
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
02.09.2008 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.
Programm
20.15 Uhr Dr. A. Lämmel
Grundlagen des Diabetes mellitus
20.30 Uhr Dipl.-Biol. W. Schmidt
Diagnostik des genetisch bedingten Diabetes mellitus
21.00 Uhr Dr. J. Kröger
Management des Diabetes mellitus in der Praxis
21.30 Uhr Prof. Dr. Dr. A. Pfützner
Neue Aspekte der Diagnostik und Therapie des Typ 2 Diabetes mellitus
22.15 Uhr Diskussion
22.30 Uhr Ende
zum Thema:
Nach Angaben der WHO sind in Deutschland acht Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt. Es wird von einer Verdoppelung der Krankheitsfälle innerhalb der nächsten 15 Jahre ausgegangen. Der Diabetes mellitus (DM) stellt ein heterogenes Krankheitsbild dar und wird ätiopathologisch v.a. in Typ 1 und Typ 2 Diabetes mellitus sowie den genetisch bedingten DM und den Gestationsdiabetes unterschieden. Häufigkeit und Komplexität der Erkrankung stellen damit besondere Herausforderungen für Patientenbetreuung und Praxismanagement dar. Strukturierte Schulungsprogramme helfen dabei Selbstmanagement-Aktivitäten des Patienten zu stärken.
Die erfolgreiche Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat in den letzten 10 Jahren zu einem besseren Verständnis von Krankheitsursachen und zu neuen, wirksameren Strategien zur Therapie des DM geführt, z.B. Sulfonylharnstoffe bei MODY. In immer stärkerem Maße werden die neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten auf klinische Fragestellungen angewandt und gewinnen auch im klinischen Alltag v.a. beim neonatalen Diabetes, dem kongenitalen Hyperinsulinismus, dem Gestationsdiabetes und der MODY-Diagnostik zunehmend an Bedeutung.
Patienten mit Typ 2 DM haben ein mehrfach erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und ca. 75 % von ihnen versterben an Schlaganfall oder Herzinfarkt. Neben den schädlichen Auswirkungen erhöhter Blutzuckerwerte sind dafür in erster Linie direkte pathophysiologische Einflüsse der Erkrankung am Gefäßsystem verantwortlich, da sich die Insulinresistenz nicht nur im Metabolismus, sondern auch direkt an den Endothelien bemerkbar macht. Diese Zusammenhänge lassen sich durch die alleinige Messung von Blutzucker und HbA1c nicht nachweisen. In den letzten Jahren wurden daher neue Laborparameter identifiziert, die die Gesamtsituation des Patienten besser beschreiben. Dies sind intaktes Proinsulin als Indikator der ß-Zellfunktion und Insulinresistenz, Adiponektin als Marker der metabolischen Situation und hsCRP als Prädiktor der systemischen Inflammation. Mit Hilfe dieser Laborparameter kann man die pathophysiologische Situation des Patienten sichtbar machen und möglichst optimale Therapieansätze definieren. Zu diesen gehören neben den Glitazonen auch die neuen therapeutischen Möglichkeiten wie z.B. GLP-1-Analoga oder DPPIV-Inhibitoren. Gerade die neuen labormedizinischen Möglichkeiten zeigen die Überlegenheit der neuen Medikamente insbesondere in Kombination mit PPARgamma-Agonisten besser als die reine HbA1c-Bestimmung. Letztendlich ist die pathophysiologisch-orientierte Therapie von ß-Zelldysfunktion und Insulinresistenz der reinen Blutzuckersenkung überlegen, was man anhand der aktuellen Outcome-Studien mit den Glitazonen auch gut belegen kann.