Tuberkulose - Diagnose und Therapie
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
20.02.2007 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Diese Fortbildung wird von der von Prof. Arndt gegründeten IPM GmbH durchgeführt.
Programm
20.15 Uhr PD Dr. A. Kromminga
Immunologie der Mykobakterien-Infektion
20.40 Uhr Dr. S. Rüsch-Gerdes
Epidemiologie und Diagnostik der Tuberkulose
21.20 Uhr Prof. Dr. D. Kirsten
Therapie der Tuberkulose
22.00 Uhr Diskussion
22.30 Uhr Ende
zum Thema:
Die Tuberkulose ist weltweit die am häufigsten zum Tode führende Infektionskrankheit. Nach WHO-Schätzungen ist nahezu ein Drittel der Weltbevölkerung infiziert; 100 Millionen Menschen infizieren sich jedes Jahr neu, davon entwickeln ca. 8 Millionen eine aktive Tuberkulose und 2-3 Millionen Menschen sterben jährlich an dieser Krankheit. In Deutschland erkrankten jährlich 6000 Menschen neu an der Tuberkulose, vor allem Menschen über 65 Jahre, Immigranten oder Personen aus Risikogruppen, wie z.B. HIV-Infizierte oder immunsupprimierte Patienten.
Bisher erfolgte ein Screening mit dem Tuberkulintest nach Mendel-Mantoux, der jedoch häufig zu falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen führte. Zudem weist der Tuberkulintest Kreuzreaktionen mit Umgebungsmykobakterien und den BCG–Impfstämmen auf. Die Verfügbarkeit von rekombinant hergestellten Mykobakterien Proteinen ermöglicht seit einiger Zeit den Nachweis von sensibilisierten Lymphozyten, so dass Kreuzreaktionen bei nicht erkrankten BCG-geimpften Personen ausgeschlossen werden können. Mit einer Sensitivität von 85% und eine Spezifität von 98% ist dieser immunologische Assay ein geeignetes, von der FDA anerkanntes Verfahren zur Diagnostik der Tuberkulose. Allerdings sollten bei positivem immunologischen Befund ein mikroskopischer, kultureller oder molekularbiologischer Nachweis sowie eine weitere radiologische und klinische Abklärung erfolgen. Die Mikroskopie stellte dabei weiterhin bezüglich Schnelligkeit und Aussagekraft ein wichtigstes Verfahren in der Diagnostik der Tuberkulose dar. Die Anwendung molekularbiologischer Verfahren ermöglicht den Nachweis von bakterieller DNA oder RNA, was gerade für die langsam wachsenden Mykobakterien einen deutlichen Zeitgewinn bedeutet. Einschränkend ist allerdings darauf hinzuweisen, dass zurzeit immer noch parallel Kulturverfahren eingesetzt werden sollten.
Die medikamentöse Standardtherapie der Tuberkulose mit Isoniazid und Rifampicin wird erschwert durch die wachsende Anzahl multiresistenter Stämme, insbesondere in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Bereits über 10% der Patienten mit einer Primärtuberkulose sind mit einem multiresistenten Stamm infiziert. Eine resistente Tuberkulose kann durch eine falsche Behandlung oder durch Ansteckung erworben werden. Hinzu kommt das Auftreten von Stämmen, die möglicherweise eine höhere Virulenz aufweisen, wie z. B. Stämme des Beijing-Genotyps.