Sexuell übertragbare Erkrankungen (non HIV): Klinische Manifestationen und neue Aspekte in der Infektionsdiagnostik
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
04.11.2003 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 2 Punkten bewertet.
Programm
20.15 Uhr PD Dr. A. Geusau
Syphilis, Gonorrhoe und Herpes genitalis
20.40 Uhr PD Dr. T. Meyer
Genitale Chlamydien- und HPV-Infektionen
21.10 Uhr Diskussion
zum Thema:
Neben HIV können eine Reihe weiterer Viren und Bakterien durch Sexualkontakte übertragen werden.Einige der dadurch bedingten Erkrankungen haben eine lange Tradition. Die durch Treponema pallidum verursachte Syphilis breitete sich im Mittelalter pandemisch in Europa aus und erreichte die höchste Inzidenz gegen Ende des 19. Jahrhunderts. In den letzten Jahren wird in Deutschland erneut ein vermehrtes Auftreten von T.pallidum-Infektionen vor allem unter homosexuellen Männern beobachtet, wobei die Infektion nicht selten als Ko-Infektion bei HIV-1- Infizierten auftritt. Auch bei den Gonokokken-Infektionen wird in letzter Zeit ein Anstieg beobachtet. Genitale Chlamydien-Infektionen (C. trachomatis) stellen vermutlich die häufigste bakterielle sexuell übertragbare Infektion dar. Im Gegensatz zu T. pallidum- und N. gonorrhoeae-Infektionen verlaufen genitale C. trachomatis-Infektionen überwiegend asymptomatisch, unbehandelt kann die Infektion jedoch zu schweren Folgeerkrankungen führen (chronische Entzündungen des kleinen Beckens, ektopische Schwangerschaft, Infertilität). Um die Infektionsrate und die Häufigkeit der Folgeerkrankungen zu reduzieren, werden Screening-Programme durchgeführt die in Deutschland bislang auf Schwangere begrenzt sind.
Humane Papillomaviren (HPV) sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren. Ihre Bedeutung für die Entstehung des Zervix-Karzinoms ist heute unumstritten. HPV-DNA ist in praktisch jedem Zervix-Karzinom nachweisbar. Darauf basierend wird die HPV-Infektion als notwendige, wenngleich allein nicht ausreichende Voraussetzung für die Entstehung des Zervix-Karzinoms angesehen. Die Untersuchung auf HPV ist daher in die Krebsvorsorge integriert worden.
In der Veranstaltung werden klinische Manifestationen der T. pallidum-, N. gonorrhoeae-, C. trachomatis-, HSV- und HPV-Infektionen sowie der Stellenwert diagnostischer Verfahren beschrieben.
Während in der Diagnostik der Syphilis und Gonorrhoe serologische Verfahren bzw. die kulturelle Anzucht der Erreger nach wie vor im Vordergrund stehen, werden in der Diagnostik genitaler HSV-,HPV- und C. trachomatis- Infektionen zunehmend neue molekularbiologische Techniken eingesetzt.
N. gonorrhoeae, C. trachomatis, HSV und HPV verursachen häufig lokale, auf das Schleimhautepithel begrenzte Infektionen, die nicht immer mit einer systemischen Immunantwort einhergehen. In diesen Fällen haben Methoden, die auf dem direkten Nachweis der Erreger beruhen, größere Aussagekraft.
In der Diagnostik genitaler Chlamydien-Infektionen sind die Nukleinsäure- Amplifikationsverfahren der Zellkultur, dem Antigentest und dem Hybridisierungstest klar überlegen.
Der Nachweis genitaler HPV-Infektionen erfolgt in erster Linie mit dem Hybrid Capture Test oder durch verschiedene PCR-Verfahren. Etwa 45 verschiedene HPV-Typen können Infektionen der anogenitalen Schleimhäute verursachen. Die Viren unterscheiden sich dabei in ihren onkogenen Eigenschaften. Ein höheres onkogenes Potential besitzen die sog. high-risk HPV- Typen (HR-HPV), die sich vergleichsweise häufiger in Karzinomen nachweisen lassen.Zur Zeit werden 14 HPV Typen den HR-HPV zugeordnet, von denen HPV 16 und 18 am häufigsten sind. Im Rahmen der HPV-Diagnostik kommt der Typisierung besondere Bedeutung zu. Die Progression zu einem Zervix-Karzinom tritt nur in einem kleinen Teil der HR-HPV-Infektionen auf. Von großem Interessse ist daher gegenwärtig die Charakterisierung molekularer Faktoren, die als prognostischer Marker einer malignen Progression eingesetzt werden können.