Rheumatische Erkrankungen im Kindesalter und bei Heranwachsenden
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
04.04.2000 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Programm
20.15 Uhr Dr. F. Korioth Rationelle Gelenkpunktat-Diagnostik
20.25 Uhr
Dr. I. Foeldvari
Leitsymptome und Diagnostik bei kinderrheumatologischen Erkrankungen
21.10 Uhr
Priv.-Doz. Dr. J. Wollenhaupt
Aufgaben der Erwachsenenmedizin bei der Betreuung rheumakranker Jugendlicher
21.30 Uhr
Diskussion
zum Thema:
Kinderrheumatologische Erkrankungen werden oft spät erkannt, da man diese Erkrankung bei Kindern häufig nicht vermutet. Nach epidemiologischen Untersuchungen hat jedes 800. Kind eine juvenile rheumatische Gelenkentzündung. Da die Kinder sich selten über Schmerzen in den Gelenken beklagen und eher die Gelenke schonen, ist die Diagnosestellung schwieriger. Die Laboruntersuchungen können helfen die Diagnose zu stellen, aber die negativen Befunde schließen die Diagnose nicht aus. Die konventionelle Röntgenuntersuchung ist auch nicht hilfreich, da diese Arthritiden meistens nicht erosiv sind. MRT und Knochenszintigraphie können bei gezielter Fragestellung helfen. Eine diagnostische Gelenkpunktion ist bei Monarthritiden fast immer zu empfehlen. Es ist immer noch die Gelenkuntersuchung mit ausführlicher Anamnese, die am sichersten zur Diagnose führt.
Die labormedizinische Analyse von Synovialflüssigkeiten ermöglicht im Zusammenhang mit dem klinischen Bild in vielen Fällen eine spezifische Differntialdiagnose entzündlich rheumatischer Erkrankungen. Im Rahmen einer rationellen Stufendiagnositk wird hierbei zunächst zwischen entzündlichen und nichtentzündlichen Prozessen differenziert. Der Anschluß von weiterführenden Untersuchungen erfolgt dann nur bei nachgewiesenen Entzündungszeichen. Heranwachsende Rheumakranke stellen die betreuenden Haus- und Fachärzte vor speziellen Aufgaben. Das Behandlungsprinzip wechselt vom kindlichen Patienten, der ärztlich betreut wird, zum erwachsenen Patienten, der ärztliche Behandlung sucht.
Die wachsende Übernahme von Eigenverantwortung für sich selbst, Fragen nach der weiteren Prognose der Erkrankung, den möglichen Ausbildungs- und Berufswegen und die Beratung in Fragen der Sexualität und Familienplanung bestimmen zunehmend das Arzt-Patienten-Verhältnis. Während sich einige Formen juveniler Arthritiden, z.B. die oligoartikulären und spondylarthritischen Verlaufsformen, in der Pubertät häufig bessern oder remittieren, verlaufen andere Formen, etwa die juvenile rheumatoide Arthritis mit systemischen Manifestationen, progredient und bedürfen wegen möglicher extraartikulärer Manifestationen an inneren Organen oder ZNS interdisziplinärer Betreuung und aggressiver Therapie. Für eine optimale Betreuung rheumakranker Heranwachsender bietet es sich an, die hausärztliche Betreuung durch eine Spezialsprechstunde für Adoleszentenrheumatologie zu ergänzen, in der Kinder- und Erwachsenenrheumatologen eng miteinander kooperieren und die Heranwachsenden einige Zeit lang gemeinsam betreuen.