Rationelle Diagnostik und Therapie bei Patienten mit Blutungs- und Thromboseneigung
Vortragsveranstaltung
Ort
BETHESDA - Allgemeines Krankenhaus gGmbH, Bergedorf
Vortragsraum
Glindersweg 80
21029 Hamburg
Datum
19.09.2000 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Diese Veranstaltung ist ärztliche Fortbildung im Sinne der Richtlinien der Ärztekammer Hamburg und kann von Ihnen als Fortbildungsnachweis unter Nennung von Fortbildungsthema, Zeit und Ort gegenüber der Ärztekammer Hamburg angegeben werden.
Programm
20.15 Uhr Dr. Sievers Einführung und Moderation
20.20 Uhr
Prof. Dr. med. U. Budde
Differentialdiagnose der Thrombozytopenie
21.00 Uhr
Dr. med. F. Bergmann
Neue Aspekte der Thrombophilie - Diagnostik und Therapie
21.30 Uhr
Diskussion
zum Thema:
Die zuerst entdeckten angeborenen Mangelzustände der Gerinnungshemmer AT III, Protein C und Protein S tragen zwar ein hohes Risiko für thromboembolische Komplikationen bereits in jungen Jahren, sind statistisch jedoch von untergeordneter Bedeutung, da sie in der Bevölkerung nicht gehäuft vorkommen. Die Risikoerhöhung gegenüber Gesunden ist durch die wesentlich häufigere Resistenz gegen aktiviertes Protein C (Faktor V-Leiden) (etwa 8fach), Hyperhomocysteinämie (etwa 2fach) und die Faktor II-Mutation (etwa 2fach) zunächst nicht beeindruckend hoch, wenn man von einer jährlichen Thromboembolie-Inzidenz von 1 : 10.000 bei Gesunden ohne jegliches Risiko ausgeht. Durch die hohe Prävalenz dieser Defekte in der Bevölkerung (APC-Resistenz 7 %, FII-Mutation 2 - 3 %, Homocystein > 18,5 µM/l 5 - 10 %) sind Kombinationen dieser thrombophilen Risiken jedoch häufig und führen zu einem stark erhöhten Risiko im Vergleich zur Normalbevölkerung.
Die Thrombophilie gilt heute als ein multifaktorielles Geschehen. In der Diagnostik wird zwischen angeborenen und erworbenen Ursachen unterschieden. Die rationelle Diagnostik in Abhängigkeit von Alter und spezieller Risikosituation des Patienten soll verdeutlicht werden. In der Therapie von arteriellen und venösen Gefäßverschlüssen haben sich durch die Einführung niedermolekularer Heparine und andere Substanzen neue Therapiekonzepte eröffnet. Diese Therapiemöglichkeiten und das Für und Wider des Labormonitorings werden vorgestellt. Die unmittelbare Blutstillung nach Verletzungen wird durch die Adhäsion und Aggregation von Thrombozyten bewirkt. Hieran beteiligt sind thrombozytäre und subendotheliale Rezeptoren sowie der von Willebrand-Faktor und Fibrinogen als Adhäsionsprotein. Die Komplexität dieser Faktoren, deren Verminderung nicht in den Screeningtesten auffällt, wird erörtert und ein Stufenplan zur rationellen Diagnostik bei Thrombozytopenie, Hämatomneigung, Schleimhautblutungen bzw. postoperativer Nachblutung aufgezeigt.
Im Anschluß können individuelle Fälle diskutiert werden.