Pneumonien: Diagnostik und Therapie in der Klinik und Praxis

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

11.09.2007 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr PD Dr. T. Meyer
Einführung

20.30 Uhr Prof. Dr. H. Sahly
Aktuelle Aspekte der Diagnose und Therapie der ambulant und nosokomial erworbenen Pneumonien

21.10 Uhr PD Dr. Ch. Lange
Seltene Pneumonien

21.50 Uhr Diskussion

22.10 Uhr Fallbeispiele

22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Ambulant und nosokomial erworbene Pneumonien zählen weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten innerhalb und außerhalb des Krankenhauses und stellen die häufigste infektionsbezogene Todesursache in der westlichen Welt dar. Nach Angaben der WHO sterben jährlich schätzungsweise 50 Mio. Menschen an Pneumonien. Allein in Deutschland betragen die durch Pneumonien verursachten Kosten mehr als € 500 Mio. p.a..
Die rasche Diagnosefindung zur Einleitung einer spezifischen Therapie kann bei diesen Infektionen oft lebensrettend sein. Diese wird erschwert durch die zunehmende Mobilität der Weltbevölkerung und die Ausbreitung von Infektionserregern mit Vielfachresistenz gegen Chemotherapeutika. Neben den häufigen Erregern nosokomial und ambulant erworbener Pneumonien kommt eine Vielzahl von bakteriellen, mykotischen, viralen und parasitären Organismen als Verursacher von Lungenentzündungen in Betracht. Zur Eingrenzung der Differentialdiagnose ist daher eine detaillierte Anamneseerhebung mit besonderer Berücksichtigung von stattgehabten Expositionen und Prädispositionen der Patienten unumgänglich.
Einige der seltenen Infektionen durch z. B. Histoplasma capsulatum, Pseudomonas pseudomallei, Hantavirus, Leptospiren, Coxiella burnetii oder Francisella tularensis sind entweder an relativ eng definierte Endemiegebiete oder Tierkontakte gebunden, so dass die Erwähnung von Reisen in diese Regionen und von stattgefundenen Tierkontakten bei der Diagnosefindung wegweisend sein kann. Die Verdachtsdiagnose einer Lungentuberkulose, Influenza oder Masernpneumonie kann oftmals nach Informationen über Kontakte zu anderen erkrankten Personen erhärtet werden. Der Besuch eines Whirlpools oder eines Schwimmbads weist gelegentlich auf eine Legionellen-Pneumonie hin.
Neben der Exposition spielt auch die Prädisposition der Patienten für die Entwicklung von Atemwegsinfektionen eine bedeutsame Rolle. Strukturelle Veränderung der Atemwege, z. B. bei der Mukoviszidose, begünstigen die Kolonisation und Infektion mit Pseudomonaden und deren Verwandten, z. B. Stenotrophomonas maltophila und Burkholderia cepacia oder auch Mycobacteriu-avium-Komplex.
Erkrankungen des Immunsystems lassen je nach Art des Immundefekts Rückschlüsse auf das zu erwartende Erregerspektrum von Pneumonien zu. Zelluläre Immundefekte, z. B. bei der HIV-Infektion, begünstigen Infektionen von intrazellulär wachsenden Mikroorganismen. Funktionelle Defekte der Ganulozyten und humorale Immundefekte beeinflussen hingegen vor allem die Infektabwehr gegenüber extrazellulär wachsenden Bakterien und Pilzen.
Zur Erregeridentifikation bei Pneumonien sind neben der Kenntnis geeigneter mikrobiologischer, zytologischer, histopathologischer und molekularbiologischer Methoden Erfahrungen in der radiologischen Differentialdiagnose fokaler, diffuser oder interstitieller Infiltrate, von Pleuraergüssen und Hohlraumbildungen auch zur Abgrenzung gegenüber nicht-infektiologischen Krankheitsbildern unerlässlich.
In der anstehenden Fortbildungsveranstaltung werden Referenten aktuelle diagnostische und therapeutische Aspekte der Pneumonien, einschließlich der seltenen Pneumonien, vorstellen und Ihnen anbieten, klinische Fallbeispiele aus Ihrer Praxis zu diskutieren.