Osteoporose und metabolische Knochenerkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

28.09.2010 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

vorr. 4 Fortbildungspunkte

Programm

20.15 Uhr    Dr. Andreas Lämmel
Begrüßung und Einführung

20.20 Uhr    Prof. Dr. Michael Amling
DVO-Leitlinien zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Erwachsenen

21.00 Uhr    Dr. Jürgen Hartleb    
Laborparameter in der Knochenstoffwechsel-Diagnostik und -Therapie

21.20 Uhr     Prof. Dr. Olaf Hiort
Störungen des Kalziumstoffwechsels im Kindes- und Jugendalter

22.00 Uhr    Diskussion

22.30 Uhr    Ende

zum Thema:

Osteoporose

Die S3-Leitlinien des Dachverbandes der Osteologischen Fachgesellschaften (DVO) stellen einen hilfreichen Algorithmus für die Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose dar und verleihen Behandlungssicherheit.

Im Vortrag werden die Leitlinien in ihrer aktuellen Fassung vorgestellt, und es wird auf die wesentlichen Änderungen eingegangen, die insbesondere die Rolle der Vitamin D-Substitution und die Calciumaufnahme über die Nahrung betreffen.

Vor dem Hintergrund der Leitlinien werden die Ergebnisse der Hamburger Vitamin D und Beckenkammstudie mit der Definition eines unteren Labornormwertes für den 25-Hydroxy-Vitamin D-Serumspiegel von 30 μg/l (entsprechend 75 nmol/l) diskutiert. Darüber hinaus wird ausgeführt, auf welcher Basis die Leitlinien die Langzeittherapie mit Protonenpumpeninhibitoren als Osteoporoserisikofaktor einstufen und welche Bedeutung der Magensäurebildung für die enterale Calciumaufnahme zukommt.


Metabolische Knochenerkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Metabolische Knochenerkrankungen sind häufig von Lebensgewohnheiten wie Zufuhr von Vitamin D, Ernährung, aber auch Bewegungsverhalten abhängig. Sie präsentieren sich meist durch die Leitkonstellationen Hyperkalzämie, Hypokalzämie oder Rachitis. Eine Zunahme von muskuloskelettalen Störungen findet sich insbesondere bei chronischen Erkrankungen. Die klinischen Symptome sind sehr variabel und schließen auch Notfallsituationen wie Tetanie oder Krampfanfälle mit ein.

Zur differenzialdiagnostischen Einordnung müssen Kalzium, Phosphat, alkalische Phosphatase, Parathormon, 25-Hydroxy-Vitamin D und nur selten 1,25-(OH)2-Vitamin D3 bestimmt werden. Sehr hilfreich ist die Bestimmung der Kalzium- und Phosphatausscheidung im Urin.

Im Kindesalter müssen zusätzlich hereditäre Störungen in Betracht gezogen werden; dann sind auch molekulargenetische Untersuchungen indiziert.


Laborparameter für Diagnostik und Therapie

Zwar ist die Knochendichtemessung die absolute Grundlage zur Erfassung des Ausmaßes einer eventuellen Knochendichteerniedrigung und damit Ausgangspunkt für weitere therapeutische Maßnahmen, aber ohne zusätzliche Laboruntersuchungen ist eine genaue Diagnose der Krankheitsursachen nicht möglich.

Basislaboruntersuchungen erbringen Aussagen über die wichtigsten – laborchemisch erfassbaren – Risikofaktoren für primäre und sekundäre Osteoporosen sowie andere Osteopathien.

Die Eignung von biochemischen Parametern des Knochenumbaus für die Diagnostik ist seit langem in der Diskussion. Trotz vieler Studien mit interessanten und vielversprechenden Ergebnissen gibt es keine generelle Empfehlung für den Einsatz eines oder mehrerer Marker in der Routinediagnostik. Auf der anderen Seite erwiesen sich erhöhte Knochenabbaumarker als unabhängiger Risikofaktor für Frakturen.