Neue Perspektiven in Diagnostik und Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

04.07.2000 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Diese Veranstaltung ist ärztliche Fortbildung im Sinne der Richtlinien der Ärztekammer Hamburg und kann von Ihnen als Fortbildungsnachweis unter Nennung von Fortbildungsthema, Zeit und Ort gegenüber der Ärztekammer Hamburg angegeben werden.

Programm

20.15 Uhr Dr. med. R.-C. Rieß Minimal-invasive Operationstechniken in der Herzchirurgie

20.35 Uhr

Prof. Dr. med. J. Schofer
Hybridrevaskularisation - eine vielversprechende Alternative zur konventionellen koronaren Bypass-Chirurgie

20.55 Uhr

Dr. med. J.-C. Steffens
High-powered gradient Magnetresonanztomographie: Neue Wege der kardiovaskulären Diagnostik

21.15 Uhr

Dr. rer. nat. W. Hönerlage
Nachweis nicht-kultivierbarer Endokarditis-Erreger mittels einer BROAD-RANGE PCR

21.30 Uhr

Diskussion

zum Thema:

Auch in der Herzchirurgie gewinnen minimal-invasive Operationstechniken zunehmend an Bedeutung. Eingriffe an den Herzklappen bzw. Korrekturen von angeborenen Herzfehlern sind über eine partielle Sternotomie oder anteriore Thorakotomie sicher durchführbar und haben ein ausgezeichnetes kosmetisches Ergebnis. Ferner können koronarchirurgische Eingriffe über kleinere Zugänge und, dies ist von besonderer Bedeutung, ohne den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen durchgeführt werden. Dabei können die zahlreichen potentiellen Nebenwirkungen des kardiopulmonalen Bypasses auf praktisch alle Organsysteme des Patienten vermieden werden, was insbesondere für Patienten mit schweren Begleiterkrankungen vorteilhaft ist. Für die Behandlung der koronaren Eingefäßerkrankung des Ramus interventricularis anterior, die für eine Ballondilatation nicht geeignet erscheint, hat sich das minimal-invasive Operationsverfahren mittlerweile durchgesetzt.

Bei koronaren Mehrgefäßerkrankungen kann bei dafür geeigneten Patienten eine komplette Revaskularisation am schlagenden Herzen durchgeführt werden. Andererseits besteht auch die Möglichkeit einer sogenannten Hybridrevaskularisation, d.h. der Kombination eines minimal invasiv gefertigten Koronarbypasses mit einer Behandlung der übrigen Koronarstenosen mittels interventioneller kardiologischer Techniken. Die Magnetresonanztomographie hat in den letzten Jahren aufgrund technischer Weiterentwicklungen große Fortschritte insbesondere im Bereich der kardiovaskulären Anwendungen gemacht. Durch die Einführung starker Gradientensysteme wurde die Möglichkeit geschaffen, dreidimensionale Datenblöcke in kurzer Zeit aufzunehmen und somit auch atemverschiebliche Organe wie die Nieren oder die Lunge durch Luftanhaltetechniken scharf und artefaktfrei abzubilden.

Angiographien der gesamten Becken-Bein-Strombahn, welche noch vor 5 Jahren 1 Std. Messzeit benötigten, lassen sich jetzt in ca. 5 Min. akquirieren. In der kardialen Diagnostik sind heute bereits Veränderungen der Morphologie, der Perfusion und der Funktion mit großer Genauigkeit nachweisbar. Als "Work in Progress" muß immer noch die MR-Koronarangiographie angesehen werden. Hier gelingen bereits zuverlässige Darstellungen der proximalen Anteile der Kranzarterien sowie von Bypassgefäßen, eine vollständige Darstellung des Koronarbaumes ist aufgrund der bislang noch reduzierten Auflösung nicht möglich. Bei der routinemäßigen Untersuchung von Endokarditis-Patienten gelingt der Nachweis nicht-kultivierbarer unbekannter Erreger an Herzklappenmaterial durch die neue Technologie der sog. Breitspektrum-PCR. Am Fallbeispiel des molekularen Nachweises von "Tropheryma whippelii", dem Erreger des M. Whipple, an Herzklappen soll diese Möglichkeit diskutiert werden.