Neue Aspekte in der Infektiologie
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
20.02.2001 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Diese Veranstaltung ist ärztliche Fortbildung im Sinne der Richtlinien der Ärztekammer Hamburg und kann von Ihnen als Fortbildungsnachweis unter Nennung von Fortbildungsthema, Zeit und Ort gegenüber der Ärztekammer Hamburg angegeben werden.
Programm
20.15 Uhr Dr. S. Dorn Neue molekularbiologische Methoden in der Diagnostik chronisch viraler Hepatitiden
20.35 Uhr
Dr. A. Stoehr
Therapie chronisch viraler Hepatitiden als Mono- bzw. Koinfektion
21.00 Uhr
Priv.-Doz. Dr. A. Plettenberg
Aktuelle Entwicklung in der Infektiologie an den Beispielen: HHV8, Syphilis und HIV
21.30 Uhr
Diskussion
zum Thema:
Epidemiologisch nimmt bei chronischen viralen Hepatitiden der Anteil an HCV-Infektionen im Vergleich zu den weiterhin bisher weltweit am meisten vertretenen HBV-Infektionen zu. Ursache hierfür ist die bekannterweise hohe Chronifizierungsrate der HCV-Infektionen (ca. 80 %) und das bisherige Fehlen eines Impfstoffes im Gegensatz zur HBV-Infektion (ca. 10 % chronischer Verlauf) angeführt werden. Nach den WHO-Richtlinien der IARC (International Agency for Research on Cancer) werden die HBV- und HCV-Infektionen in die Gruppe I der Agentien/ Erreger mit dem höchsten karzinogenen Potential zugeordnet. Dennoch läßt sich bei der Hepatitis C Infektion mit der Kombinationstherapie Interferon/ Ribavirin ein Teilerfolg mit ca. 40 % bei dem bei uns am meisten vertretenen HCV-Genotyp Nr.1 verzeichnen, der durch den Einsatz von Depot-Interferon (Pegylated Interferon) auf wahrscheinlich mehr als 50 %, ebenfalls in der Kombinationstherapie, verbessert werden kann. Eine mögliche Einschränkung für den Therapiedauererfolg bei HCV-/HBV-Infizierten stellen die zunehmend mehr auftretenden Resistenzen, wie sie bei der HIV-Diagnostik schon länger bekannt sind, gegenüber den eingesetzten Therapeutika (IFN, Lamivudin) dar.
Die erfolgreiche Anwendung von HAART (highly active antiviral therapy) bei HIV-infizierten Patienten führt dazu, daß bei HIV-/HCV- bzw. HIV-/HBV- bzw. HIV-/HBV-/HCV-koinfizierten Patienten zusätzliche Hepatitis spezifische Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, da hierbei die Progredienz zum Leberzellkarzinom im Vergleich zur Monohepatitisinfektion deutlich erhöht ist. Die Behandlung der HIV-Infektion stellt nach wie vor den Schrittmacher der antiviralen Therapie dar. Nachdem gegenwärtig 17 antiretrovirale Substanzen aus 3 Wirkstoffgruppen zugelassen sind, stehen mehrere neue Substanzen mit anderen Wirkmechanismen vor der Zulassung.
Neue Therapiestudien u.a. mit dem Fusionsinhibitor T20, mit Tenofovir, mit Interleukin-2 und mit Remune werden derzeit in Hamburg durchgeführt. Während der zurückliegenden Jahre kam es in Hamburg zu einer rapiden Zunahme von behandlungsbedürftigen Syphilisfällen, die vor allem die Gruppe der HIV-positiven homosexuellen Männer betrifft. Eine retrospektive Auswertung, an der u.a. 10 Hamburger Einrichtungen teilnahmen, zeigte eine Zunahme HIV-assoziierter Syphilisfälle von 19 im Jahr 1977 auf 72 im Jahr 1999. Besondere Bedeutung kommt hierbei dem Umstand zu, daß bei vorhandener Syphilis das Risiko für die sexuelle HIV-Übertragung dramatisch ansteigt. Bisher wurde das HHV-8-Virus nur als Auslöser des Kaposi-Syndroms im Rahmen der HIV-Infektion diskutiert. Neueste Berichte haben aber gezeigt, daß das HHV-8-Virus auch bei anderen Immundefekten von Bedeutung sein kann. Die Resultate einer Hamburger Studie mit mehr als 500 Patienten, bei der HHV-8-Serologie und PCR-Untersuchungen durchgeführt wurden, sollen vorgestellt und diskutiert werden.