Neue Aspekte in der Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
25.05.2004 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 2 Punkten bewertet.
Programm
20.15 Uhr Dr. A. Kromminga
Neue Aspekte in der Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen
20.30 Uhr Prof. Dr. K. H. Bohuslavizki
Nuklearmedizinischen Diagnose- und Therapieverfahren von latenten Schilddrüsenerkrankungen
21.00 Uhr Prof. Dr. H. Mönig
T3-Substitution, Selen-Therapie: Was ist gesichert?
21.30 Uhr Diskussion
zum Thema:
Die serologische Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen umfasst die Bestimmung von Schilddrüsenhormonen und Autoantikörpern. Dabei stellt die Bestimmung der basalen TSH-Konzentration den sensitivsten Parameter zur Erfassung einer dysthyreoten Stoffwechsellage dar. In diesem Zusammenhang ist die Diskussion der Herabsetzung des oberen Referenzbereiches für das basale TSH von 4,2 mIU/ml auf 2,5 mIU/ml von besonderer Bedeutung. Diese Änderung hätte insofern weitreichende Konsequenzen, als damit eine deutlich höhere Fallzahl latent hypothyreoter Patienten zu erwarten wäre. Ein weiterer Aspekt der Schilddrüsendiagnostik ist der verbesserte Nachweis von Autoantikörpern gegen den TSH-Rezeptor bei Verdacht auf einen M. Basedow. Der Ersatz des herkömmlichen TSH-Rezeptors bovinen Ursprungs durch den rekombinanten humanen TSH-Rezeptor ermöglichte eine Steigerung der Sensitivität auf über 90% bei einer Spezifität von 99%.
Klinisch latente Hyper- und Hypothyreosen stellen für den behandelnden Arzt immer wieder diagnostische und therapeutische Problemfälle dar. Neben den Hormonwerten und den SD-Antikörpern geben Bild gebende Verfahren Aufschlüsse über die Funktion
der Schilddrüse. Therapeutische Optionen bei der blanden Struma sowie latenten SD-Erkrankungen werden aus nuklearmedizinischer Sicht dargestellt. Ein besonderer Wert wird dabei auf eine praxisnahe Darstellung der o.g. Fragenkomplexe gelegt und es werden typische Problemstellungen der latenten Hypo- und Hyperthyreose diskutiert.
Des Weiteren werden neue Therapieformen von Schilddrüsenerkrankungen vorgestellt, die in den letzten Jahren diskutiert wurden und vielfach auch bereits angewendet werden. Die erste stellt die kombinierte Gabe von T3 (Trijodthyronin) und T4 (Levothyroxin) zur Substitution der Hypothyreose dar. Diese Behandlungsform beruht auf der Beobachtung, dass einige Patienten mit Hypothyreose trotz vermeintlich adäquater Substitution mit Levothyroxin keine volle Leistungsfähigkeit erreichen und dass sich hier durch Kombination mit T3 eine Besserung erzielen lässt. Es wird dargestellt, welchen Stellenwert die kombinierte T3/T4 Therapie aktuell hat und bei welchen Patienten sie zum Einsatz kommen sollte. Zudem wird die Substitutionstherapie mit Selen diskutiert. Selen ist ein essentielles Spurenelement und wichtiger Bestandteil vieler Enzyme („Selenoproteine“), so auch der Dejodasen. Des Weiteren spielt Selen eine wichtige Rolle bei der Inaktivierung toxischer Sauerstoffmetabolite. Erste Studien zeigen, dass durch eine Selensupplementierung Autoimmunprozesse günstig beeinflusst werden können. Eine mögliche und auch schon wissenschaftlich bearbeitete Indikation ist die endokrine Orbitopathie. Im Vortrag wird die wissenschaftliche Evidenz zur Selentherapie dargestellt.