Neue Aspekte der Diagnostik und Therapie der Allergien

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

22.04.2008 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr PD Dr. Arno Kromminga
Allergologische Spezialdiagnostik: Flow-CAST

20.40 Uhr Dr. Joachim Lemke
Respiratorische Symptome im Kindesalter

21.15 Uhr Dr. Ute Lepp
Diagnostik der Nahrungsmittelallergie: durch in-vitro Methoden möglich?

21.50 Uhr Diskussion

22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Die Häufigkeit allergischer Reaktionen nimmt in den letzten Jahren sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen stetig zu. Die Abklärung von Allergien beruht auf einer diagnostischen Trias aus Anamnese, Hauttests und IgE-Bestimmungen. Für die Analyse allergenspezifischer IgE stehen als Allergene eine große Anzahl von Extrakten tierischen, pflanzlichen oder anderen Ursprungs zur Verfügung. Auch werden, insbesondere vor Einleitung einer therapeutischen Desensibilisierung, zunehmend rekombinante Allergene zur Diagnostik eingesetzt. Doch trotz der großen Vielzahl verschiedener Allergene stoßen die IgE-Tests immer wieder an ihre Grenzen. So können mittels allergenspezifischer IgE-Antikörpertests Bienen- und Wespengiftallergien serologisch kaum voneinander unterschieden werden. Der durchflusscytometrische Nachweis von basophilen Granulozyten nach in-vitro Stimulierung mit einem entsprechenden Allergen (Flow-CAST) kann diese diagnostische Lücke schließen. Zudem kommt der Flow-CAST zur Diagnostik von Medikamenten-induzierten Allergien zum Einsatz, bei denen spezifische IgE-Tests nicht zur Verfügung stehen.

Heuschnupfen, allergisches Asthma, Neurodermitis und IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien stellen Erkrankungen des atopischen Formenkreises dar und imponieren klinisch durch eine große Variabilität. Die Prävalenzen dieser Erkrankungen haben in den letzten vier Dekaden in den westlichen Industrieländern deutlich zugenommen, wobei veränderten Umwelt- und Lebensbedingungen eine entscheidende Rolle zugeschrieben wird. Es wird prognostiziert, dass in absehbarer Zeit die Hälfte aller Kinder an einer allergischen Erkrankung leiden wird. In diesem Zusammenhang kommt den inhalativen Allergenen eine besondere Rolle zu. Neben der symptomatischen Therapie bei respiratorischen Symptomen im Kindesalter soll auf praktische Allergenvermeidungsstrategien eingegangen und der hohe Stellenwert der Immuntherapie, insbesondere der sublingualen Therapieroute, gerade bei Kindern herausgestellt werden.

Die Diagnostik der Nahrungsmittelallergien beruht auf einer ausführlichen Anamnese, Haut- und in-vitro Tests, die nur unter Berücksichtigung ihres Kosten-Nutzen-Verhältnisses eingesetzt werden sollten, und letztendlich oralen Provokationen. Hohe spezifische IgE-Antikörper gegen z.B. Kuhmilch, Erdnuss, Hühnerei und Fisch mögen zwar mit einem erhöhten Risiko für klinische Reaktionen einhergehen, auf eine Provokation sollte jedoch nicht verzichtet werden. Spezielle Indikationen für in-vitro Tests sind begründeter Verdacht und fehlende Aussage nach Anamnese und Hauttest, V.a. Sensibilisierung auf Hauttest-ungeeignete Nahrungsmittel, bedrohliche Reaktionen nach Nahrungsaufnahme, Bedingungen, die Hauttest bzw. ihre Auswertung nicht zulassen, und das Kindesalter. Probleme in der Interpretation können z.B. durch unzureichende Reagenzienqualität und kreuzreagierende Allergene entstehen. Neuere Methoden z.B. der Basophilen-Aktivierungstest können in Einzelfällen sinnvoll sein. Der zytotoxische Lebensmitteltest und der Nachweis von spezifischen IgG- oder IgG4-Antikörpern gegen Nahrungsmittel zählen dagegen zu den nicht evaluierten Methoden.