Neue Aspekte bei der immunsuppressiven Therapie nach Transplantation

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

24.05.2005 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr Prof. Dr. M. Sterneck
Wirkungsmechanismen der Immunsuppressiva

21.00 Uhr Prof. Dr. R. Arndt
Monitoring der Immunsuppression - eine kritische Betrachtung

21.15 Uhr Dr. J. Hartleb
Bestimmung der Immunsuppressiva mittels LC-MS/MS

21.30 Uhr Dr. B. Pfalzer
Kriterien für die Transplantation. Wer ist transplantabel?

22.00 Uhr Diskussionsrunde

22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Die Prognose nach Organ- und Knochenmarkstransplantation hat sich in den letzten 10 Jahren immens verbessert, was insbesondere auch auf die Entwicklung wirkungsvoller Immunsuppressiva sowie auch potenter Antibiotika, Antimykotika und antiviraler Substanzen zurückzuführen ist. Neben den beiden inzwischen etablierten Immunsuppressiva Cyclosporin A und Tacrolimus, die einen großen Durchbruch für die Transplantationsmedizin bedeuteten, stehen uns eine Reihe verschiedener antiproliferativer Substanzen zur Verfügung. Hierzu zählen außer dem herkömmlichen Azathioprin auch das Mycofenolat Mofetil, Sirolimus und Everolimus sowie das neue Leflunomid Derivat FK-778, oder auch das FTY 720. Alle diese Substanzen sind für die Langzeittherapie interessant und teilweise auch als Monotherapie nach Organtransplantation einsetzbar. Insbesondere initial nach Transplantation können die beiden Interleukin-2-Rezeptor-Antagonisten Daclizumab und Basiliximab die Aktivierung der T-Zellen inhibieren und damit Abstoßungsreaktionen verhindern. Der klinische Stellenwert dieser Substanzen bleibt allerdings abzuwarten. Ein langfristiges Ziel ist, durch Einsatz verschiedener Medikamentenkombinationen eine Toleranzentwicklung beim Patienten zu bewirken, so dass keine dauerhafte immunsuppressive Therapie nach Organtransplantation nötig wäre.

Der Einsatz der Immunsuppressiva erfordert wegen des nur engen therapeutischen Fensters ein engmaschiges Monitoring (TDM). Zudem weisen die Wirkspiegel dieser Medikamente eine hohe intra- und interindividuelle pharmakokinetische und -dynamische Variabilität auf. Bisher wurden die Spiegelbestimmungen der wichtigsten immunsuppressiven Medikamente überwiegend mittels immunologischer Analysentechniken durchgeführt. Methodisch bedingte Kreuzreaktivitäten und andere Einflussfaktoren führen jedoch zu inkorrekten Werten für die Blutspiegel und somit zu einer suboptimalen Patientenführung. Die seit einiger Zeit verfügbare LC-MS/MS-Technologie ermöglicht hingegen eine systematisch-richtige Analyse. Vergleichsmessungen zeigten, dass die zum Teil gute Korrelation der Mittelwerte zwischen LC-MS/MS und Immunoassay für den Patienteneinzelfall nur wenig Bedeutung hat, da die Einzelwerte sich von –59% bis +68% unterschieden.

An einzelnen Fallbeispielen aus der Nierentransplantation soll die praktische Umsetzung von Standards der immunsuppressiven Therapie dargestellt werden. Neben der Berücksichtigung der Vor- und Begleiterkrankungen fließt eine Vielzahl von Faktoren in die Vorbereitung und Auswahl der Patienten für die Transplantation ein. Nach der Transplantation gilt es, die gewonnene Organfunktion möglichst lange zu erhalten und gleichzeitig Nebenwirkungen der Immunsuppression auf ein Minimum zu reduzieren. Eine möglichst niedrigdosierte immunsuppressive Therapie ist daher wünschenswert.