Metastasen bei unbekanntem Primärtumor
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
26.10.2004 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten bewertet.
Programm
20.15 Uhr Dr. S. Moegling
Organisation des Tumorboards im AK Altona
20.30 Uhr Prof. Dr. S. Schröder
Histologische Diagnostik okkulter Neoplasien
21.00 Uhr Dr. A. Stang
Sonographisch-gesteuerte Tumorbiopsie und Thermoablation
21.30 Uhr Dr. D. Braumann
Metastasen bei unbekanntem Primärtumor? Vorschläge zur Diagnostik
und Therapie
22.00 Uhr Diskussion
22.30 Uhr Ende
zum Thema:
Der Wissenszuwachs der verschiedenen an der onkologischen Diagnostik und Therapie beteiligten Disziplinen ist erheblich und hat zu vielfältigen Verbesserungen für die Patienten geführt, die aber von den Nachbardisziplinen nicht immer adäquat wahrgenommen werden. Zur besseren Transparenz untereinander ist eine Strukturierung der Zusammenarbeit der verschiedenen in der Onkologie zusammenarbeitenden Einrichtungen, z.B. im Rahmen eines Tumorboards, ein deutlicher Fortschritt in fachlicher und ökonomischer Sicht. Diese Art der interdisziplinären Zusammenarbeit, die am AK Altona seit einiger Zeit etabliert ist, wird vorgestellt werden.
Etwa 5 bis 10% aller Patienten mit malignen Tumoren leiden an Metastasen bei unbekanntem Primärtumor (sog. CUP-Syndrom). Die oft mit großem Engagement und technischem Aufwand betriebene Suche nach einem Primärtumor ist längst nicht immer sinnvoll und angemessen und steht zudem nicht selten in einem krassen Mißverhältnis zu den therapeutischen Optionen. Die Intensität der erforderlichen Diagnostik und die therapeutischen Vorschläge sollten sich an klinischen Befunden, dem Krankheitsstadium und der Histologie orientieren. Im Rahmen der pathohistologischen Diagnostik hat die Immunhistologie einen hohen Stellenwert. Durch die nach bestimmten Algorithmen eingesetzten Antikörper kann in der Regel eine Gruppenzugehörigkeit der Neoplasie und in Einzelfällen – bei Expression organ- oder tumorspezifischer Marker wie Thyreoglobulin, Kalzitonin oder Prostataspezifisches Antigen – der exakte Ausgangspunkt der Geschwulst definiert werden. Hervorragende Heilungschancen bestehen bekanntlich bei malignen Lymphomen oder Leukämien. Bei auf dem Umweg über ihre Absiedlungen sich manifestierenden Karzinomen sind dagegen 12 Monate nach Therapiebeginn weniger als 20% der betroffenen Patienten am Leben. Aussichtsreiche Chancen der Lebensverlängerung bestehen darunter am ehesten bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom. Hier wie auch bei Karzinomen anderer Provenienz ergeben sich therapeutische Perspektiven durch den immunhistologischen Nachweis von Onkogenen und von Hormon- und Wachstumsfaktorrezeptoren.
Durch die Einführung von Punktionsschallköpfen zu exakten Nadelführung und automatisierten Biopsiesystemen, mit denen Gewebezylinder zur histologischen Auswertung gewonnen werden, kann auf eine operative Materialentnahme oft verzichtet und eine verbindliche histopathologische Diagnose bei unklaren Raumforderungen des Thorax und Abdomens gestellt werden. Zur Zeit werden die sonographisch gesteuerten perkutanen Techniken auch für die Therapie (z.B. Thermoablation) interessant.