Lyme Borreliose
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
30.03.2004 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 2 Punkten bewertet.
Programm
20.15 Uhr Prof. Dr. med. E. Stockfleth
Klinische Manifestationen und Therapie der Borreliose
20.45 Uhr PD Dr. rer. nat. T. Meyer
Labordiagnostische Verfahren zur Abklärung von Borrelien-Infektionen
21.15 Uhr Diskussion
zum Thema:
Mit Beginn des Frühjahrs nimmt die Exposition gegenüber Zecken alljährlich wieder zu. Die häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen werden durch Borrelien verursacht. Die Spezies Borrelia burgdorferi wird in mehrere Subspezies unterteilt, wobei in Europa B. afzelii, B. garinii und B. burgdorferi sensu stricto humanpathogene Bedeutung haben. Das Leitsymptom in der Frühphase der Borrelien-Infektion ist das Erythema migrans. Diese primäre Hautläsion tritt in etwa 60% der Infektionen, meistens einige Tage nach Zeckenstich auf. Nach Dissemination der Erreger kann eine Vielzahl weiterer unspezifischer klinischer Symptome auftreten. Diese beinhalten u.a. Fieber, grippeartige Symptome, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Arthralgien und Myalgien.
In der Mehrzahl sind Borreliosen selbstlimitierend (spontane Ausheilung). Unbehandelt können jedoch chronische Verläufe auftreten, die sich überwiegend als Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis), Neuroborreliose oder als Acrodermatitis chronica athrophicans an der Haut manifestieren. Während das Erythema migrans in der Frühphase der Infektion durch alle Subspezies verursacht werden kann, findet sich bei der Lyme-Arthritis, Neuroborreliose und chronischen Hautmanifestationen eine auffällig unterschiedliche Verteilung der Subspezies. So ist im Liquor cerebrospinalis von Patienten mit Neuroborreliose vor allem B. garinii nachweisbar, in Hautbiopsien überwiegt B. afzelii, während in der Synovialflüssigkeit von Patienten mit Lyme-Arthritis alle drei Subspezies mit ähnlicher Häufigkeit vorkommen.
Infolge der Vielseitigkeit der klinischen Symptomatik wird die Borreliose in der differentialdiagnostischen Abklärung zahlreicher Erkrankungen berücksichtigt.
Die Labordiagnose der Borreliose erfolgt in erster Linie serologisch durch Bestimmung von IgG- und IgM-Antikörpern im Serum und ggf. auch im Liquor cerebrospinalis. Mit den derzeit verfügbaren Antikörper-Tests werden in der Regel Antikörper gegen alle humanpathogenen Subspezies erfasst. Die Antikörper-Produktion erfolgt allerdings in vielen Fällen verzögert. So sind beim Erythema migrans oftmals noch keine Antikörper nachweisbar. Der negative serologische Befund schließt daher eine frische Infektion nicht sicher aus und erfordert eine Kontrolluntersuchung im Abstand von einigen Wochen. Chronische Infektionen sind dagegen durch eine positive IgG-Antwort charakterisiert. Andererseits können IgG-Antikörper auch aus zurückliegenden Infektionen resultieren. Die Differenzierung der IgG- Antwort aus persistierenden und abgelaufenen Infektionen ist langfristig durch den IgG-Titerverlauf möglich. In bestimmten Fällen kommt auch der Direktnachweis der Erreger durch PCR in Betracht. Geeignet sind für diese Untersuchungen vor allem Synovialflüssigkeit und Liquor cerebrospinalis bei Patienten mit arthritischen bzw. neurologischen Beschwerden. Die PCR-Analyse von Blut oder Urin auf Borrelien ist dagegen meistens nicht aussagekräftig.
Für die Behandlung von Borrelien-Infektionen stehen mehrere Antibiotika zur Verfügung. Geeignet sind vor allem Doxycyclin, Ceftriaxon, Penicillin und Amoxicillin. Letzteres kommt vor allem für Kinder und Schwangere in Betracht. Im Fall einer Penicillin- Allergie oder Tetrazyklin-Unverträglichkeit wird die Behandlung mit Azithromycin empfohlen.