Infektionserkrankungen nach Zeckenstich

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

22.05.2007 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr PD Dr. T. Meyer
Von Zecken übertragene Infektionserreger

20.50 Uhr Prof. Dr. A. Plettenberg
Epidemiologie, Klinik und Therapie der Borreliose

21.30 Uhr Dr. G. Mohrmann
Diagnostik der Borrelien Infektion

22.00 Uhr Diskussion

22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Infektionskrankheiten, die durch Zecken übertragen werden, haben in den letzten Jahren an Bedeutung deutlich zugenommen. Milde Winter begünstigen zudem eine ganzjährige Aktivität der Zecken, so dass eine weitere Zunahme durch Zecken übertragener Erkrankungen zu erwarten ist. Die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung wird durch Borrelien verursacht. Das Leitsymptom in der Frühphase der Borrelien-Infektion ist das Erythema migrans. Diese primäre Hautläsion tritt in etwa 60% der Infektionen, meistens einige Tage nach Zeckenstich auf. Nach Dissemination der Erreger kann eine Vielzahl weiterer unspezifischer klinischer Symptome auftreten. Diese beinhalten u.a. Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Arthralgien und Myalgien.

In der Mehrzahl der Fälle sind Borrelien-Infektionen selbstlimitierend (spontane Ausheilung). Unbehandelt können jedoch chronische Verläufe auftreten, die sich überwiegend als Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis), Neuroborreliose oder als Acrodermatitis chronica athrophicans an der Haut manifestieren. Aufgrund der vielfältigen klinischen Symptomatik wird die Borreliose in der differentialdiagnostischen Abklärung zahlreicher Erkrankungen berücksichtigt.
Die Labordiagnose der Borreliose erfolgt in erster Linie serologisch durch Bestimmung von IgG- und IgM-Antikörpern im Serum und ggf. auch im Liquor cerebrospinalis. Die Antikörperproduktion erfolgt allerdings in vielen Fällen verzögert. So sind bei Vorliegen eines Erythema migrans oftmals noch keine Antikörper nachweisbar. Der negative serologische Befund schließt daher eine frische Infektion nicht sicher aus und erfordert eine Kontrolluntersuchung im Abstand von einigen Wochen. Chronische Infektionen sind dagegen durch eine positive IgG-Antwort charakterisiert. Andererseits können IgG-Antikörper auch aus zurückliegenden Infektionen resultieren. Die Differenzierung der IgG-Antwort einer persistierenden oder abgelaufenen Infektion ist langfristig durch den IgG-Titerverlauf möglich. In bestimmten Fällen kommt auch der Direktnachweis der Erreger durch PCR in Betracht. Geeignet für diese Untersuchungen sind in Abhängigkeit von der vorliegenden Symptomatik vor allem Hautbiopsien, Synovialflüssigkeit und Liquor cerebrospinalis. Die PCR-Analyse von Blut oder Urin auf Borrelien ist dagegen nicht aussagekräftig.
Mit Hilfe eines neuen Testsystems (Elispot - Enzyme Linked Immunospot Assay) ist es zudem seit kurzer Zeit möglich, Borrelien-spezifische T-Lymphozyten im Blut nachzuweisen. Dieses Verfahren ermöglicht eine weiterführende Diagnostik zur Beurteilung unspezifischer Krankheitsbilder mit nicht eindeutigem serologischen Befund oder zur Unterscheidung zwischen chronischer und ausgeheilter Infektion mit Seronarbe.

Für die Behandlung von Borrelien-Infektionen stehen mehrere Antibiotika zur Verfügung. Geeignet sind vor allem Doxycyclin, Ceftriaxon, Amoxicillin und Penicillin. Amoxicillin kommt vor allem für Kinder und Schwangere in Betracht. Im Fall einer Penicillin-Allergie oder einer Tetrazyklin-Unverträglichkeit wird die Behandlung mit Azithromycin empfohlen.