Impfungen
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
02.11.2010 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.
Programm
20.15 Uhr Dr. Andreas Lämmel
Begrüßung und Einführung
20.20 Uhr Dr. Yvonne Deleré
Neues aus den STIKO-Empfehlungen 2010
21.00 Uhr Dr. Christian Noah
Bestimmung von Impftitern: Indikation und Interpretation
21.15 Uhr Dr. Annette Spies
Schutzimpfungen: Mythen und Fakten
21.55 Uhr Diskussion
22.30 Uhr Ende
zum Thema:
Schutzimpfungen gehören zu den effizientesten Präventionsmaßnahmen in der Infektionsmedizin. Ihr unmittelbares Ziel ist es, den Geimpften vor einer Infektionskrankheit zu schützen. Bei Erreichen hoher Impfquoten ist es darüber hinaus möglich, einzelne Krankheitserreger regional und schließlich weltweit zu eliminieren.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) aktualisiert jährlich die Impfempfehlungen für Kinder und Erwachsene in Deutschland. Neuerungen im Impfkalender 2010 betreffen die Impfungen gegen saisonale Influenza, Masern, Röteln, Meningokokken, Tollwut und Cholera. Die Impfempfehlung gegen die pandemische Influenza A (H1N1) des letzten Jahres wurde bis auf Weiteres zurückgezogen. Zusätzlich zu den Empfehlungen hat die STIKO Stellungnahmen zur Indikationsimpfung gegen Pneumokokken bei gefährdeten Kleinkindern im Alter von 2 bis 5 Jahren und zur Impfung gegen Rotaviren abgegeben.
Seitens der STIKO gibt es keine generelle Empfehlung, den Impferfolg serologisch zu überprüfen. Titerbestimmungen sind jedoch immer dann sinnvoll und notwendig, wenn ein erhöhtes Übertragungsrisiko (z.B. berufliche Exposition) besteht oder eine schlechte Ansprechrate zu erwarten ist (z.B. bei Immunsuppression). Impftiter stellen nur Surrogatmarker einer erfolgreichen Impfung dar, da diese nicht die zelluläre Immunität abbilden. Insofern kann der Impferfolg mittels serologischer Kontrollen nur eingeschränkt beurteilt werden.
Die meisten Eltern vertrauen dem Rat des Arztes zum Thema Schutzimpfungen. In Hamburg sind die Zahlen der geimpften Kinder in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Ein regional gehäuftes Auftreten von Masernerkrankungen in 2009 zeigt aber, dass die Bemühungen zur Masernelimination bis 2010 nicht von allen Beteiligten mitgetragen werden. Nicht nur Eltern, sondern auch medizinisches Personal stehen der MMR-Impfung kritisch gegenüber. Das Internet spielt heute eine wichtige Rolle als Informationsquelle zum Thema Impfen. Impfkritische Seiten beeinflussen und verunsichern Eltern. Daraus resultiert die Notwendigkeit, sich ärztlicherseits auf aktuellem Kenntnisstand zu befinden, um auch kritische Fragen von Eltern beantworten zu können. Nur so kann eine hohe Akzeptanz von Schutzimpfungen erreicht werden.
Diese Veranstaltung soll einen Überblick über den aktuellen Stand der Impfempfehlungen vermitteln und die Arbeitsweise der STIKO erläutern, kritische Positionen zum Thema Impfung insbesondere aus der Sicht der Patienten diskutieren und einen Überblick über die Interpretation und Aussagekraft von Impftiterbestimmungen liefern.