HIV: Epidemiologie, Therapie und Diagnostik
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
15.11.2005 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten bewertet.
Programm
20.15 Uhr Prof. Dr. A. Plettenberg
Epidemiologische Aspekte der HIV-Infektion
20.50 Uhr Dr. C. K. Schewe
Management der HIV-Infektion in der klinischen Praxis
21.25 Uhr Dr. C. Noah
Diagnostische Verfahren zum Nachweis und zur Kontrolle der HIV-Infektion
22.00 Uhr Diskussion
22.30 Uhr Ende
zum Thema:
Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts sind alarmierend: Im ersten Halbjahr diesen Jahres ist die Zahl neu diagnostizierter HIV-Infektionen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 20 % gestiegen. Dabei ist die stärkste Zunahme unter „Männern, die Sex mit Männern haben“ (MSM), zu verzeichnen. Insgesamt werden jedes Jahr etwa 2.000 Neuinfektionen gemeldet, zur Zeit leben in Deutschland etwa 44.000 Menschen mit einer HIV-Infektion. Großstädte wie Hamburg sind hierbei besonders betroffen. Hauptübertragungsweg ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr mit einem HIV-infizierten Partner. Eine Übertragung ist ferner möglich durch den gemeinsamen Gebrauch von Injektionsbesteck bei intravenösem Drogenkonsum, von einer HIV-infizierten Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt und durch Stillen sowie selten durch berufliche Exposition. Nach erfolgtem Risikokontakt steht eine Postexpositionsprophylaxe zur Verfügung, deren Einsatz im Hinblick auf Indikation, Wirksamkeit und Risiken jedoch kritisch hinterfragt werden muss.
Dank intensiver Forschungsaktivitäten sind die Fortschritte im Bereich der antiviralen Therapie bemerkenswert. Durch die zunehmende Wirksamkeit der verfügbaren Therapieregime hat sich die Prognose HIV-infizierter Patienten dramatisch verbessert, wenn auch eine Heilung derzeit nicht in Sicht ist. Mittlerweile sind über 20 antiretrovirale Medikamente aus 4 Substanzklassen zugelassen. Weitere sind in der klinischen Erprobung und stehen ebenfalls kurz vor der Zulassung. Die Therapie ist komplexer geworden. Entscheidungen bezüglich des Therapiestartpunktes sowie des Einsatzes sinnvoller Medikamentenkombinationen für Initial- und Salvagetherapie erfordern Erfahrung des Behandlers. Das Management von Nebenwirkungen und Therapieversagen infolge einer Resistenzentwicklung sind darüber hinaus Herausforderungen in der klinischen Praxis.
Hinsichtlich des Angebots einer adäquaten Therapie, aber auch um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, ist die frühzeitige Diagnose einer HIV-Infektion entscheidend. Die primäre HIV-Diagnostik basiert auf der Anwendung von zwei unabhängigen serologischen Testsystemen. Durch den Einsatz moderner Antikörper/Antigen-Kombinationsteste hat sich die Diagnostik entscheidend verbessert, indem die Zeitspanne zwischen Virusübertragung und positivem Laborergebnis im Vergleich zu früheren Testsystemen weiter verkürzt werden konnte. Zudem steht der molekulare HIV-Nachweis als sinnvolle Ergänzung für die Primärdiagnostik zur Verfügung. Die moderne Labordiagnostik hat insbesondere auch für das Management der HIV-Infektion einen hohen Stellenwert. Neben der Viruslastbestimmung und der Lymphozytendifferenzierung, die wichtige Parameter im Hinblick auf den Therapiestart und das Therapiemonitoring darstellen, gehören mittlerweile genotypische Resistenzbestimmungen und das therapeutische Drugmonitoring zur Routine im klinischen Alltag.