Gerinnungs- und immunologische Störungen in der Schwangerschaft: Neues zu Pathogenese, Prophylaxe und Therapie der Präeklampsie und des HELLP-Syndroms

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

02.02.1999 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Programm

20.15 Uhr

Dr. med. H.-A. von Waldenfels
Histologische Differentialdiagnose kolorektaler Polypen

20.25 Uhr

Prof. Dr. L. Heilmann
Therapie des habituellen Abortes, der Präeklampsie und des HELLP-Syndroms: Halten Immunglobuline das, was sie versprechen? Erste Studienergebnisse

20.50 Uhr

Prof. Dr. U. Budde
Was haben habitueller Abort, Präeklampsie und HELLP-Syndrom mit dem Anti-Phospholipidsyndrom und der Thrombophilie zu tun?

21.15 Uhr

Fr. S. Kuse
zur Diskussion aufgefordert

zum Thema:

Das Anti-Phospholipidsyndrom (APS) ist erst seit 15 Jahren als eine mögliche Ursache für rezidivierende Aborte und Thrombosen allgemein anerkannt. Darüber hinaus haben Schwangere mit dem APS gehäuft Präeklampsie, HELLP-Syndrom, IUGR (intrauterin growth retardation) und vorzeitige Plazentaablösung. Die Mechanismen, die zu diesen pathologischen Schwangerschaftsverläufen führen, sind bisher nur in Ansätzen bekannt. Denkbar wäre einerseits eine primär mütterliche Erkrankung als Ursache einer sekundären Plazenta-Entwicklungsstörung. Andererseits wäre eine primäre Plazentationsstörung möglich, direkt oder indirekt verursacht durch Anti-Phospholipidantikörper. Die Diagnose des APS wird gestellt durch den Nachweis von IgG- oder IgM-Anti-Cardiolipin-Antikörper und / oder durch einen positiven Lupus-Antikoagulanz-Test.

Ursprünglich wurde zur Therapie der habituellen Aborte bei APS Prednison verwendet, aber zugunsten von Heparin und ASS wieder verlassen. Obwohl insbesondere die Therapie mit der risikoadaptierten Gabe niedermolekularen Heparins erfolgreich ist, verbleibt noch eine Versagerquote von 15 - 30 %, sowie pathologische Schwangerschaftsverläufe mit IUGR, Präeklampsie und HELLP-Syndrom.

Seit 1988 erschienen zunehmend Berichte über den erfolgreichen Einsatz hochdosierter intravenöser Immunglobulin-Infusionen zur Therapie rezidivierender Aborte bei APS. Darüber hinaus konnte bei dieser Therapie die Häufigkeit von IUGR, Präeklampise und HELLP-Syndrom deutlich gesenkt werden. Es erschien daher sinnvoll, Risiko-Patientinnen für das "early-onset" HELLP-Syndrom und nachgewiesenem APS hochdosiert mit Immunglobulinen zu behandeln.

Die ersten ermutigenden Ergebnisse liegen nun vor. Nach den enttäuschenden Erfahrungen mit der niedrig dosierten ASS-Prophylaxe zur Beeinflussung der Präeklampsie könnte dies ein neuer erfolgversprechender Therapieansatz sein, zumindest für die Patientinnen mit nachgewiesenem Anti-Phospholipidsyndrom.