Genommedizin: Kein Buch mit 7 Siegeln

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

07.11.2017 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Bewertung der Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten ist bei der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg beantragt.

 

 

 

Programm

19:30 Uhr    Einlass / Imbiss

20:00 Uhr    Begrüßung und Einführung
Dr. Andreas Lämmel

20:05 Uhr    Vom Stammbaum zur Genanalyse           
Dr. Franziska Stellmer

20:25 Uhr    Genommedizin: Kein Buch mit 7 Siegeln            
PD Dr. Ronald Simon
    
21:15 Uhr     Diskussion

21:30 Uhr     Ende der Veranstaltung

 

zum Thema:

Bei der Behandlung von Kindern mit Entwicklungsstörungen stellt sich regelmäßig die Frage nach möglichen genetischen Ursachen. Das zu diesem Thema heute verfügbare Wissen hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ist aufgrund der Komplexität oft nicht mehr in Gänze zu überschauen. Im ersten Vortrag werden Grundlagen der Humangenetik vermittelt und über moderne genetische Analyseverfahren informiert.

Hinter dem Begriff der Genommedizin verbirgt sich das Bestreben, durch molekularbiologische Untersuchungen des Erbgutes erkrankter Menschen präzise Diagnosen zu erstellen und im Optimalfall maßgeschneiderte Therapien zu definieren. Genomdaten werden heute durch spezielle Sequenzierungs-Techniken erhoben. Durch die Arbeit von über 30 verschiedenen internationalen Forschungskonsortien liegen aktuell Genomdaten von Tausenden gesunden und an Tumoren erkrankten Patienten vor. Stetige technische Verbesserungen haben dazu geführt, dass nicht nur extra für diesen Zweck entnommene Blut- und Gewebeproben analysiert werden können, sondern zunehmend auch archivierte Proben. Solche Gewebe haben einen besonders hohen Wert für die Forschung, wenn sie durch pathologische und klinische Verlaufsdaten ergänzt werden. Validierungsstudien klären nun die klinische Rolle besonders vielversprechender molekularer Veränderungen, indem pathologische Gewebeproben großer Patientenkollektive gezielt untersucht werden. Ziel ist es, Assoziationen zwischen dem Krankheitsverlauf und molekularen Veränderungen herzustellen, um die tumorbiologisch relevanten „Treiber-Mutationen“ von den zahlreichen „Mitläufer-Mutationen“ zu unterscheiden und ggf. neue Marker zur Vorhersage des Krankheitsverlaufes und des Therapieansprechens zu finden.

Die Erkenntnisse dieser Studien spiegeln sich bereits in der Routine-Diagnostik insbesondere von Tumorerkrankungen wieder. Das sich ständig erweiternde Spektrum der tumorrelevanten Genveränderungen zieht die Entwicklung neuer Medikamente nach sich, die gezielt tumorfördernde Mutationen attackieren. Neben dieser schon fast „klassischen“ Blockade von tumorfördernden Mutationen wird die Genommedizin zukünftig auch die Möglichkeit zur Identifizierung von Patienten ermöglichen, die besonders von neuartigen Immuntherapien profitieren können. Dieser hochaktuelle Ansatz zielt darauf ab, das körpereigene Immunsystem zu entfesseln und gezielt gegen die Tumorzellen zu richten.