Genitale HPV-Infektionen: Diagnostik, Therapie und Prävention benigner und maligner HPV-assoziierter Erkrankungen

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

30.05.2006 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr PD Dr. I. Nindl
Stellenwert der HPV-Untersuchung in der Vorsorge des Zervix-Karzinoms

20.50 Uhr PD Dr. T. Meyer
HPV-Diagnostik: Verfahren zum HPV-Nachweis und zur Bestimmung der Virus-Aktivität

21.25 Uhr Prof. Dr. E. Stockfleth
Therapie HPV-assoziierter Erkrankungen und Prävention durch Impfung

22.00 Uhr Diskussion

22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Das Zervix-Karzinom stellt weltweit die zweithäufigste neoplastische Erkrankung bei Frauen dar. Mit Einführung der zytologischen Vorsorgeuntersuchung (Pap-Screening) Anfang der 70er Jahre erfolgte zwar eine deutliche Abnahme des Zervix-Karzinoms, in Deutschland treten aber dennoch jährlich etwa 6500 neue Erkrankungsfälle auf bei einer Mortalität von ca. 3000 pro Jahr. Ursachen dafür sind einerseits die nicht wahrgenommene Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchung, zum anderen aber auch die begrenzte Sensitivität der zytologischen Untersuchung.

Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung des Zervix-Karzinoms ist die Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Aufgrund der engen Assoziation mit dem Zervix-Karzinom kommt sowohl der Diagnostik der HPV-Infektion als auch der Prävention der Infektion durch Impfung eine große Bedeutung in der Vorsorge des Zervix-Karzinoms zu. Zurzeit sind über 100 verschiedene HPV-Typen charakterisiert, von denen etwa die Hälfte Schleimhautepithelien infiziert. Die onkogenen Eigenschaften dieser HPV-Typen sind unterschiedlich. Basierend auf epidemiologischen Studien über die Häufigkeit der einzelnen HPV-Typen in Zervix-Karzinomen, präkanzerösen Läsionen und normalen Gewebeproben werden high-risk, wie z.B. 16 und 18, und low-risk, wie z.B. 6 und 11, HPV-Typen differenziert.

Die zum Nachweis und zur Typisierung von HPV eingesetzten Verfahren basieren in der Regel auf dem Nachweis der viralen Nukleinsäuren durch Hybridisierung (Hybrid Capture) und Amplifikation (PCR). HPV-Direktnachweise besitzen eine höhere Sensitivität als zytologische Verfahren für den Nachweis von Zervix-Dysplasien. Ein negativer HPV-Test schließt daher das Risiko einer malignen Progression mit höherer Wahrscheinlichkeit aus. Die Spezifität ist dagegen in der Regel niedriger, da nur bei einem kleineren Teil der genitalen high-risk HPV-Infektionen Dysplasien bzw. eine maligne Progression auftreten. Insbesondere bei jüngeren Frauen (<30 Jahre) handelt es sich oftmals nur um transiente, spontan ausheilende Infektionen. Von großem Interesse sind daher molekulare Marker, die bei bestehender HPV-Infektion die Progression zu einer Neoplasie frühzeitig und zuverlässig anzeigen.

In der Prävention des Zervix-Karzinoms wird neben den zytologischen und virologischen Vorsorgeuntersuchungen in Zukunft die HPV-Impfung eine große Rolle spielen. Die zurzeit hauptsächlich getesteten HPV-Impfstoffe beinhalten die beiden wichtigsten Karzinom-assoziierten HPV-Typen 16 und 18 in einer bivalenten VLP-Vakzine und in einer tetravalenten Vakzine, die zusätzlich auch die Condylomata acuminata-assoziierten HPV-Typen 6 und 11 berücksichtigt. Beide HPV-Vakzinen erwiesen sich in den bislang publizierten Studien als hochimmunogen, nebenwirkungsarm und sehr wirksam in Bezug auf HPV-16- und 18-Infektionen und damit assoziierte zytologische Abnormalitäten. Diese Daten unterstützen die Hoffnungen auf eine substantielle Reduktion der weltweiten Inzidenz des Zervix-Karzinoms. Aber auch neue immunmodulatorisch wirksame lokale Medikamente wie die Substanzgruppe der Immune response modifier stellen eine interessante neue Therapieoption bei HPV-assoziierten Erkrankungen dar. Polyphenone, die im grünen Tee enthalten sind, haben in einer großen Phase-III-Studie ebenfalls sehr gute Wirksamkeit bewiesen.