Fortschritte in der Diagnostik und Therapie von Allergien
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
04.02.2003 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 2 Punkten bewertet.
Programm
20.15 Uhr Dr. A. Kromminga
Allergien - eine Zivilisationserkrankung? Neue Erkenntnisse zu Typ-I-Allergien sowie moderne Methoden des spezifischen IgE-Nachweises
20.30 Uhr PD Dr. D. Vieluf
Allergologische Diagnostik bei Nahrungsmittelallergien
20.50 Uhr Prof. Dr. X. Baur
Neue Aspekte der Diagnostik der Typ-I-Allergien am Beispiel Latex
21.10 Uhr Dr. W.-M. Becker
Komponenten aufgelöste Allergiediagnostik als Basis zukünftiger Therapie
zum Thema:
Der Anstieg der Prävalenz von Allergien in den letzten dreißig Jahren stellen ein wesentliches Gesundheitsproblem in modernen industrialisierten Gesellschaften dar. Dies betrifft insbesondere Allergien vom Soforttyp (Typ-I-Allergie) mit einem Fokus auf das Asthma bronchiale, die allergische Rhinokonjunktivitis und das atopische Ekzem. Neben immunologischen Ursachen stellen sozio-kulturelle Verschiebungen sowie Veränderungen der Umweltbedingungen wesentliche Gründe für dieses Phänomen dar. Die erhöhte Prävalenz allergischer Erkrankungen sowie verbesserte therapeutische Optionen stellen neue Ansprüche an die modernen in vitro Diagnostik IgE-vermittelter Reaktionen.
Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel können sich an den verschiedensten Organsystemen klinisch manifestieren. Für die allergologische Diagnostik von Nahrungsmittelallergien stehen die Anamnese, Hauttestungen, Labordiagnostik und Provokationstestungen zur Verfügung. Dabei stellt die Erhebung der detaillierten Anamnese die Basis der Diagnostik dar. Die Bedeutung der Ergebnisse von Hauttestungen und der Nachweis spezifischer IgE-Antikörper im Blut, die nur für "echte" Nahrungsmittelallergene zur Verfügung stehen, sind weniger eindeutig beurteilbar als bei anderen allergischen Erkrankungen. Der Nachweis einer Sensibilisierung ist zudem häufig nicht gleichbedeutend mit einer "Allergie" im Sinne einer krankmachenden Überempfindlichkeit. Deshalb sind häufig Provokationstestungen mit den entsprechenden Nahrungsmitteln bzw. -zusatzstoffen zur Diagnosestellung unerlässlich.
Naturgummilatex ist in den 90er Jahren zu einem der häufigsten Auslöser arbeitsbedingter Allergien an der Haut und am Atemtrakt geworden. Die serologische Diagnostik war lange Zeit durch eine zu geringe Sensitivität (ca. 15% falsch negative Ergebnisse) gekennzeichnet, reicht aber in jüngster Zeit u.a. dank Verwendung angereicherter Allergenextrakte an die Sensitvität des Prick-Tests heran. An Hand von Fallbeispielen wird der Stellenwert der einzelnen diagnostischen Verfahren einschließlich der kutanen und inhalativen Provokation (Arbeitsplatzsimulation) dargestellt.
Erkrankungen des Immunsystems, insbesondere die IgE-vermittelte Allergie vom Soforttyp, weisen individuelle Facetten auf, die bei der Diagnostik und Immuntherapie zu berücksichtigen sind. Mit der molekularen Charakterisierung und rekombinanten Darstellung von Einzelkomponenten in Allergenextrakten wird es möglich, über Komponenten aufgelöste Allergiediagnostik der Individualität der allergischen Erkrankung Rechnung zu tragen. Eine derartig verfeinerte Diagnostik ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn sie eine therapeutische Konsequenz entsprechender Qualität haben kann. Eine individualisierte spezifische Immuntherapie (SIT) auf der Basis rekombinanter Allergene liegt im Bereich des Möglichen. Die Kombination der Proteinarray Technik (Allergenchip) mit cDNA-Vakzinierungsstrategien lässt diesen Ansatz finanzierbar und damit umsetzbar erscheinen.