Dyslipoproteinämien und Atherosklerose – aktueller Stand bei Diagnostik, Therapie und Prävention
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
30.06.2009 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Diese Fortbildungsveranstaltung wurde von der Ärztekammer Hamburg anerkannt und mit 4 Punkten bewertet.
Programm
20.15 Uhr Dr. A. Lämmel
Begrüßung und Einführung
20.25 Uhr Dipl. Biol. W. Schmidt
Genetische Diagnostik bei primären Fettstoffwechselstörungen
20.55 Uhr Dr. J. Aberle
Diagnostik und Therapie der Fettstoffwechselstörungen aus klinischer Sicht
21.25 Uhr Prof. Dr. U. Seedorf
Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen – aktueller Stand und neue Erkenntnisse
22.10 Uhr Diskussion
22.30 Uhr Ende
zum Thema:
Die Bedeutung der Fettstoffwechselstörung bei der Entstehung der Atherosklerose, insbesondere bei der Entstehung des Herzinfarktes, war über lange Zeit in der Fachwelt umstritten. Heute ist weltweit akzeptiert, dass erhöhte Blutfette wesentliche Risikofaktoren in der Atherogenese darstellen und daher mitverantwortlich sind für einen großen Teil der Morbidität und Mortalität in unserer Gesellschaft. Als gesichert gilt die Korrelation zwischen der Höhe der Plasmacholesterinkonzentration und der Inzidenz der Gefäßerkrankungen. Durch frühzeitige Diagnosestellung und gezielte Therapie zur Reduktion des LDL-Cholesterins lassen sich nicht nur Entstehung und Progression der Atherosklerose deutlich verzögern, sondern auch zur Rückbildung bringen. Der aktuelle Stand hinsichtlich der unterschiedlichen Ansätze bei Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen wird vorgestellt.
Von primären Fettstoffwechselstörungen können nicht nur Erwachsene, sondern auch schon Kinder betroffen sein. Die Hyperlipoproteinämien beruhen auf hereditären Defekten von Proteinen, z.B. Enzymen, Transportproteinen oder Rezeptoren. Einige Hyperlipoproteinämien, die mit einer Erhöhung des LDL-Cholesterins einhergehen, weisen ein hohes atherogenes Risiko auf und führen frühzeitig zu Herzinfarkt und Gefäßschäden. Die familiären Hypercholesterinämien, wie z.B. der LDL-Rezeptor-Defekt mit einer Inzidenz von 1:500 (ca. 15000 betroffene Kinder in Deutschland), der ApoB-100-Defekt oder die autosomal rezessive Hypercholesterinämie (ARH), sind die häufigsten und wichtigsten dieser Gruppe von Krankheiten. Gezielte Untersuchungen, basierend auf DNA-Untersuchungen und Bestimmungen der Blutfette, sind äußerst effektiv und nützlich in der klinischen Versorgung, um möglichst früh Patienten mit primären Fettstoffwechselstörungen und deren ebenfalls betroffene Angehörige zu erkennen. Die Früherkennung durch molekulargenetische Diagnostik und der Einsatz intensiver Therapiemöglichkeiten, wie z.B. die LDL-Apherese, haben die früher schlechte Prognose der Hypercholesterinämien entscheidend verbessert.
Die Fortbildungsveranstaltung befasst sich mit wichtigen Grundlagen zur Identifizierung von Hochrisikopatienten für kardiovaskuläre Erkrankungen (dazu gehören u.a. die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall). Aktuelle Behandlungsempfehlungen zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen beruhen auf dem Konzept des absoluten Risikos, das die Gesamtheit der Risikofaktoren zur Beurteilung des individuellen Risikos berücksichtigt. Zur Berechnung des Absolutrisikos werden basierend auf prospektiv erhobenen epidemiologischen Ergebnissen (z.B. PROCAM-Studie) einfach zu handhabende Punkteschemata verwendet, die dem Arzt in Form von Tabellen Risikoabschätzungen für seine Patienten erlauben. Außerdem werden Risikoalgorithmen vorgestellt, die mittels Eingabe der Patientendaten im Internet sehr genaue Risikoberechnungen ermöglichen. Beide Verfahren berücksichtigen Alter, Geschlecht, systolischen Blutdruck, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceride, Raucherstatus, familiäre Belastung und Blutzucker (Diabetes mellitus). Aktuelle Forschungsschwerpunkte betreffen neue Biomarker, genetische Marker (Vererbung des Erkrankungsrisikos, z.B. PROCARDIS-Studie) und innovative Verfahren der nicht-invasiven Gefäßbildgebung. Die aus Sicht des Vortragenden wichtigsten Parameter, die das Potential haben, die Risikovorhersage zukünftig zu verbessern, werden vorgestellt.