Diagnostik und Therapie von chronischen Leukämien

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

18.01.2005 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr PD Dr. J. Jenderny
Chromosomen- und FISH-Analysen bei chronischen Leukämien

20.30 Uhr Dr. F. Korioth
Neue Aspekte bei der Immunphänotypisierung von B-NHL

20.45 Uhr L. Kochhan
Resistenz gegen Imatinib bei CML

21.00 Uhr Prof. Dr. Dr. A. Zander
Neue Therapieoptionen bei CML

22.00 Uhr Diskussion

22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Bei chronischen Leukämien ist die Chromosomenanalyse an Metaphasechromosomen nach wie vor Grundlage der Untersuchung cytogenetischer Veränderungen. Mit Hilfe der Fluoreszenz in situ Hybridisierung (FISH) sind auch im Interphase-Zellkern Chromosomenveränderungen nachweisbar. Durch die Kombination beider Methoden konnte in den letzten zehn Jahren die Entdeckungsrate von Chromosomenveränderungen erheblich gesteigert werden. Innerhalb der jeweiligen Leukämie-Entität ist jetzt ein breites Spektrum verschiedener Chromosomen-veränderungen bekannt. Am Beispiel der chronisch myeloischen Leukämie (CML) und der chronisch lymphatischen Leukämie vom B-Typ (B-CLL) wird der Beitrag der beiden Methoden für die Diagnosestellung, Beurteilung der Prognose und Festlegung der Therapie demonstriert.

Ein wichtiges Indiz für die Diagnostik von lymphatischen Leukämien ist der durchfluß-zytometrische Nachweis einer klonalen Zellpopulation. Mehrere Arbeiten konnten in jüngster Zeit demonstrieren, dass sich marginale klonale B-Zell-Subpopulationen bei Erwachsenen ohne bekannte Erkrankung nachweisen lassen. Die klinische Relevanz dieser Subpopulationen wird derzeit untersucht. Zur Prognose der B-CLL wurden in jüngster Zeit mehrere Arbeiten veröffentlicht, die mit ZAP-70 einen neuen prognostischen Surrogatmarker beschreiben. Die Expression von ZAP-70 korreliert eng mit dem Mutationsgrad des Immunglobulin-Schwerketten Gens und ist hinsichtlich der prognostischen Aussagekraft dem Marker CD38 überlegen.

Die zu Grunde liegende cytogenetische Veränderung der CML - die Philadelphia-Translokation t(9;22)(q34;q11) - führt auf molekulargenetischer Ebene zur Fusion des ABL- und des BCR-Gens, das zur Bildung eines Proteins mit gesteigerter Tyrosinkinase-Aktivität führt. Das therapeutische Vorgehen hat sich mit Einführung des Tyrosinkinasehemmers Imatinib / Mesylate (Glivec®) in 2001 gewandelt und stellt die Therapie der ersten Wahl dar. Die allogene Transplantation wird vorwiegend dann durchgeführt, wenn eine primäre oder eine erworbene Resistenz auf Imatinib vorliegt. Die Ursache der Resistenz sind häufig Chromosomen-veränderungen oder Mutationen in der ABL-Kinase Domäne des BCR-ABL-Gens, die zu einem Bindungsverlust von Imatinib führen. Die Vorteile der medikamentösen Strategie sind die Vermeidung der mit der Transplantation verbundenen Morbidität und Mortalität. Nachteile sind, dass es noch keine Langzeit-Überlebens-Daten und keinen Hinweis auf Heilung durch die medikamentöse Therapie gibt. Des Weiteren kann eine aufkommende Resistenz eine potentielle kurative Therapie durch allogene Stammzelltransplantation verzögern und die Chancen auf Heilung verringern. Die CML–Therapie sollte innerhalb von klinischen Studien durchgeführt werden. Ein Monitoring der minimalen Resterkrankung mittels BCR-ABL PCR wird empfohlen, um möglichst bald therapeutische Alternativen wie hämatopoetische Stammzelltransplantation [HSCT] einschlagen zu können.