Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
29.06.1999 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Programm
20.15 Uhr Prof. Dr. R. Arndt Optimierung der PSA-Diagnostik
20.35 Uhr
Prof. Dr. S. Schröder
Histologische Differentialdiagnostik des Prostatakarzinoms und seiner Vorstadien
21.00 Uhr
Priv.-Doz. Dr. W.-H. Meyer-Moldenhauer
Therapieoptionen beim lokalisierten Prostatakarzinom
21.30 Uhr
Diskussion
zum Thema:
Das Prostatakarzinom ist heute weltweit eines der häufigsten Malignome. Die ansteigende Inzidenz ist nur teilweise durch demographische Überalterung oder durch verstärkte Vorsorgemaßnahmen erklärbar. Die daraus resultierende rasch wachsende Zahl von Stanzbiopsien bei Patienten mit normalem Tastbefund und nur leicht erhöhten PSA-Werten und in der Konsequenz auch die zunehmende Zahl von Prostatovesikulektomiepräparaten bei in potentiell kurativem Stadium diagnostizierten Prostatakarzinomen stellen hohe technische und differentialdiagnostische Anforderungen an das Fach Pathologie, deren Kenntnis auch für die anderen an der Diagnostik des Prostatakarzinoms beteiligten Disziplinen im Sinne eines fruchtbaren klinisch-morphologischen Dialogs erforderlich ist.
In der urologischen Praxis wird das lokalisierte Prostatakarzinom durch die rektale Untersuchung, den transrektalen Ultraschall, den PSA-Wert und die randomisierte Stanzbiopsie diagnostiziert, wenn Knochenszintigraphie und bildgebende Verfahren des Beckens keine Metastasierung zeigen. Standardverfahren bei gesunden Patienten mit einer Lebenserswartung von über 10 Jahren ist die radikale Prostatektomie, die bei T1/T2-Tumoren nach wie vor die höchsten 10-Jahres-Überlebensraten erbringt. Allerdings wird die Lebensqualität bei diesen Patienten trotz nerverhaltender Technik durch eine relativ hohe Rate an Impotenz (50 - 80 %) eingeschränkt. Die totale Inkontinenzrate liegt besonders bei älteren Patienten bei bis zu 5 %.
Alternativ steht bisher die lokale Strahlentherapie in moderner Form mittels 3-D-Technik zur Verfügung, allerdings mit einer langfristig wahrscheinlich geringeren Tumorfreiheitsrate, aber auch geringeren Nebenwirkungen. In neuerer Zeit wird vor allem im angloamerikanischen Raum die Brachytherapie durch die transperineale radioaktive Seeds-Implantation für die Behandlung des lokalisierten Prostatakarzinoms favorisiert (ca. 30 % in den USA). Die ersten Ergebnisse dieser Therapie weisen gerade in Kombination mit einer niedriger dosierten externen Bestrahlung im langzeitigen Verlauf eine hohe Tumorfreiheitsrate bei geringer Nebenwirkungsrate auf. Damit stellt sich die interstitielle Brachytherapie in Kombination mit der externen Teletherapie als Alternative zur radikalen Prostatektomie dar.