Depressionen – neue Strategien in Diagnostik und Therapie

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

24.02.2009 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr Dr. A. Lämmel
Begrüßung und Einführung

20.20 Uhr Prof. Dr. Dr. M. Härter
Leitlinien und Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie depressiver Störungen

21.00 Uhr L. Kochhan
Pharmakogenetische Aspekte beim TDM von Psychopharmaka

21.15 Uhr Dr. J. Hartleb
Therapeutisches Drugmonitoring von Antidepressiva und Neuroleptika im
Labor Lademannbogen

21.30 Uhr Prof. Dr. C. Hiemke
Therapeutisches Drug Monitoring in der Psychiatrie

22.10 Uhr Diskussion

22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Hinter einer depressiven Störung kann eine schwere Erkrankung mit erheblicher Beeinträchtigung des psychischen und körperlichen Befindens sowie der sozialen Bindungen und Arbeitsfähigkeit stehen. Depressionen gehören weltweit zu den häufigsten und schwerwiegendsten Erkrankungen mit hohem Rückfallrisiko und erhöhter Sterblichkeit. In Deutschland erkranken innerhalb eines Jahres insgesamt 11,5 % der erwachsenen Bevölkerung an einer akuten Depression.

Die Erforschung der Behandlungsmöglichkeiten depressiver Störungen hat in letzter Zeit deutliche Fortschritte gemacht. Dennoch besteht weiterhin Optimierungsbedarf. Zur Verbesserung der Versorgung wurden in den letzten Jahren von nationalen und internationalen Organisationen Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung depressiver Störungen herausgegeben. Da für die Mehrheit depressiver Patienten Hausärzte die wichtigsten Behandlungspartner sind und sich der Beratungsanlass dieser Patienten mit vorwiegend somatischen Beschwerden oft nicht wesentlich von dem nicht-depressiver Patienten unterscheidet, ist gerade auch für alle nicht psychiatrisch tätigen Ärzte die Orientierung des klinischen Handelns an aktuellen Leitlinien bedeutsam. Im Vortrag werden die wesentlichen Empfehlungen zur Depressionsdiagnostik vorgestellt. Trotz häufig übereinstimmender Aussagen verschiedener Institutionen zur Wirksamkeit und Sicherheit von Antidepressiva bestehen zahlreiche Probleme, die die Bewertung der medikamentösen Therapie erschweren können.

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) ist ein geeignetes Instrument zur Optimierung der Pharmakotherapie. Trotz offenkundiger Vorteile ist es jedoch noch nicht optimal in den klinischen Alltag integriert. Deshalb wurde von der interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) die hier vorgestellte Konsensus-Leitlinie für das TDM von Psychopharmaka verfasst (http://www.agnp.de/ unter AG TDM). Dabei liegt deren Schwerpunkt auf der Depressionsbehandlung. Es werden für Ärzte und Labore praktische Hinweise zum TDM, zur Interpretation der Befunde und zur klinischen Umsetzung der Ergebnisse gegeben.

Die genetische Variabilität im menschlichen Genom führt zu unterschiedlichster Metabolisierung mit möglicher mangelnder oder erhöhter Wirksamkeit oder unerwünschten Nebenwirkungen. Die wichtigsten Enzyme für die Verstoffwechselung von Medikamenten beim Menschen gehören zur Cytochrom-P-450-Gruppe. Die Kenntnis des entsprechenden Genotyps erlaubt es, die Medikamentendosierung dem einzelnen Patienten besser anzupassen und sicherer und effektiver zu machen.

Im Labor Lademannbogen wird das TDM der Psychopharmaka neben der HPLC vor allem mittels LC-MS/MS durchgeführt. Diese Analysentechnik bietet als „state of the art“ viele Vorteile. Neben einer generell sehr hohen Empfindlichkeit und Selektivität kann zwischen Muttersubstanz und Metaboliten unterschieden werden, und es können mehrere Medikamente parallel im gleichen chromatographischen Lauf analysiert werden. Von entscheidender Bedeutung für die Interpretation der Ergebnisse ist die Beachtung der Präanalytik. Die Referenzbereiche beziehen sich fast immer auf die Talspiegelkonzentrationen im steady state. Klinische Angaben wie z. B. „Compliance-Kontrolle“ können helfen, Wiederholungsanalysen und damit Zeitverzögerungen zu vermeiden.