Chronische Gelenkerkrankungen: Neue Aspekte in der chirurgischen Therapie, Pathogenese und Differentialdiagnostik
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
11.05.1999 um 20:00 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Programm
20.15 Uhr
Prof. Dr. W. Rüther
Neue Entwicklungen in der Endoprothetik des Schultergelenkes
20.45 Uhr
Dr. Th. Meyer
Bakterien-assoziierte Arthritiden als Ursache chronisch entzündlicher Gelenkerkrankungen
21.10 Uhr
Prof. Dr. R. Arndt
Rationelle Gelenkpunktatdiagnostik
21.30 Uhr
Diskussion
zum Thema:
Der endoprothetische Ersatz des Schultergelenkes steht am Ende einer Palette operativer Möglichkeiten bei degenerativen und rheumatischen Schultergelenkskrankheiten. Die Indikation wurde meist mit äußerster Zurückhaltung gestellt, u.a. deshalb, weil beim Versagen der Prothese Rückzugsmöglichkeiten problematisch sind. Auch die modularen Schulterprothesen haben diesbezüglich keinen entscheidenden Fortschritt gebracht. Der Oberflächenersatz des Humeruskopfes hingegen stellt eine neue Entwicklung dar, die einen vergleichsweise kleinen operativen Eingriff ermöglicht und gute Rückzugsmöglichkeiten bei Komplikationen bietet. Der Oberflächenersatz stellt gedanklich zum einen eine Miniaturisierung der geschafteten Prothese dar, zum anderen ist er eine Weiterentwicklung der sog. Resektions-Interpositions-Arthroplastik, wie sie bisher vor allem bei rheumatischen Krankheiten durchgeführt wurde. Der Oberflächenersatz erweitert das operative Behandlungsspektrum im Bereich des Schultergelenkes beträchtlich. In diesem Vortrag soll das chirurgische Repertoire der Arthroplastiken am Schultergelenk differentialtherapeutisch präsentiert werden.
Die Rolle mikrobieller Erreger in der Pathogenese chronisch entzündlicher Gelenkerkrankungen konnte durch seroepidemiologische Untersuchung und durch den Nachweis verschiedener Erreger bzw. Bestandteile der Erreger in den betroffenen Gelenken in den letzten 10 Jahren klar herausgestellt werden.
Eine Reihe von Untersuchungen haben darüber hinaus einerseits einen genetischen Zusammenhang mit dem Auftreten von reaktiver Arthritis beschrieben und andererseits auf die Entwicklung autonomer immunologischer Reaktionen bei chronischen Arthritiden hingewiesen. Die Assoziation von chronischen reaktiven Yersinien-Arthritiden mit HLA-B27 stellt ein Beispiel für einen genetisch determinierten zugrunde liegenden immunpathologischen Prozeß dar. Ein zur Zeit stark favorisierter Mechanismus ist die Induktion von Autoimmunreaktionen durch antigene Gemeinsamkeiten zwischen bakteriellen und humanen Proteinen. Derartige Homologien konnten kürzlich eindrucksvoll als Ursache für die sogenannte therapieresistente Borrelien-Arthritis dargestellt werden. Die Differenzierung einer Entzündungsreaktion durch chronisch persistierende Bakterien von autonomen, bakterienunabhängigen Immunreaktionen hat weitreichende therapeutische Konsequenz (antimikrobielle versus immunsuppressive Therapie). Die sich hieraus ergebende Fragestellung der differential-diagnostischen Möglichkeiten werden im Vortrag dargestellt.