Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

17.08.2004 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr Prof. Dr. S. Schreiber
Genetische Ätiologie und Auslösung der CED

20.45 Uhr Prof. Dr. P. Layer
Diagnostik und etablierte Therapien

21.15 Uhr Prof. Dr. A. Raedler
Pathophysiologie und neue medikamentöse Therapieformen

21.45 Uhr PD Dr. Reinshagen
Granulozyten-Apherese bei CED

22.15 Uhr Diskussion

22.45 Uhr Ende

zum Thema:

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch verlaufende Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, die durch Durchfälle und/oder Bauchschmerzen gekennzeichnet sind und teilweise mit Ernährungsmangelzuständen einhergehen. Bundesweit sind bis zu 160.000 Patienten betroffen. Die Ätiopathogenese der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist zum Teil noch nicht geklärt, doch konnte gezeigt werden, dass ein Anstieg der TNF-Expression und eine Aktivierung des NF-kappa-B-Systems wichtige Bestandteile zur Ausbildung dieser chronischen Entzündungsreaktionen sind. Im Rahmen des humanen Genomprojektes konnte gezeigt werden, dass über 600 Gene an den chronischen Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Insbesondere konnten drei Veränderungen im CARD15 Gen identifiziert werden, die sämtlich für einen Teil des Proteins kodieren, der an der bakteriell induzierten NF-kappa-B-Aktivierung in Makrophagen und Epithelzellen involviert ist. Neben diesen Genvariationen scheinen Veränderungen auf den Chromosomen 10 und 16 mit M. Crohn assoziiert zu sein.

Bei der Behandlung der CED stehen verschiedene etablierte Optionen zur Verfügung. Neben 5-ASA in ausreichend hoher Dosierung zur Behandlung akuter Schübe steht eine corticosteroidale Therapie im Mittelpunkt der Behandlungsoptionen. In den letzten Jahren wurden zudem topische Applikationen erfolgreich erprobt. Für Steroid-refraktäre Patienten steht eine Reihe immunsuppressiver Medikamente zur Verfügung. Gelegentlich kommen jedoch auch antibiotische Therapien zum Einsatz. Auch eine probiotische Vorgehensweise scheint gelegentlich bei der Colitis ulcerosa remissionserhaltend zu wirken. Ein weiterer Ansatzpunkt ist der Einsatz von gerinnungshemmenden Stoffen. Neue Ansatzpunkte in der Therapie der CED stellen immunmodulierende Medikamente dar. Infliximab sowie die Interleukine 10 und 11 stehen im Vordergrund dieser Therapien.

Ein weiterer, neuer Ansatz bei der Therapie der CED, vor allem von Therapie-refraktären Patienten, stellt die Granulozyten-Apherese dar. Hierbei handelt es sich um ein extrakorporales Behandlungssystem zur selektiven Entfernung von Granulozyten und Monozyten aus dem Blut der Patienten. Erste Daten einer multizentrischen, pan-europäischen Studie an Patienten mit Steroid-abhängiger und Steroid-refraktärer Colitis ulcerosa werden vorgestellt und zur Diskussion gestellt. Diese Daten geben berechtigte Hoffnung, mit der Granulozyten-Apherese über eine neue und nebenwirkungsarme Therapieoption zu verfügen. Inzwischen wurde das System bereits weltweit an über 6000 Patienten erfolgreich eingesetzt.