Borrelien-assoziierte Erkrankungen

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

12.04.2005 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr PD Dr. T. Meyer
Serologische und molekulare Verfahren in der Borrelien-Diagnostik

21.05 Uhr Prof. Dr. J. G. Kuipers
Lyme-Arthritis: Klinik und Differentialdiagnose

21.55 Uhr Diskussion


22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Im Frühling findet sich alljährlich ein Anstieg der Exposition gegenüber Zecken. Die jahreszeit-abhängige Aktivität der Zecken hat dazu geführt, dass die Borreliose-Veranstaltung inzwischen zu einem festen Bestandteil unserer Fortbildungsreihe im Frühjahr geworden ist. Auch in diesem Jahr möchten wir Ihnen aktuelle Aspekte und neue Erkenntnisse in der Klinik, Diagnostik und Therapie der Borreliose vermitteln.
Die Borreliose ist in Deutschland die am häufigsten durch Zecken übertragene Erkrankung. Etwa 60% der Infektionen sind in der Frühphase mit einem Erythema migrans, dem Leitsymptom der Borreliose assoziiert. Daneben können zahlreiche andere unspezifische klinische Symptome auftreten, wie z.B. Fieber, grippeartige Symptome, Kopfschmerzen, Arthralgien und Myalgien. In diesen Fällen sind oftmals Laboruntersuchungen zur differentialdiagnostischen Abklärung einer Borreliose erforderlich. Im Vordergrund der Labordiagnostik stehen dabei serologische Verfahren zum Nachweis von Borrelien-Antikörpern. Infolge der Identifizierung der relevanten immundominanten Borrelien-Antigene und der Herstellung als rekombinante Proteine gehört die Borrelien-Serologie heute zu den aussagefähigsten Methoden der serologischen Infektionsdiagnostik.
Da Borrelien über Mechanismen verfügen, die die Immunantwort beeinträchtigen und verzögern, werden Antikörper meistens erst mehrere Wochen nach Zeckenbiß nachgewiesen. Daher sind bei Auftreten eines Erythema migrans oftmals noch keine Antikörper nachweisbar. Der negative serologische Befund schließt daher eine frische Infektion nicht sicher aus und erfordert eine Kontrolluntersuchung im Abstand von einigen Wochen. Bei klinisch eindeutiger Symptomatik (E. migrans) oder serologischer Bestätigung ist eine antibiotische Therapie indiziert, da ein nicht unerheblicher Teil der Borrelien-Infektionen einen chronischen Verlauf aufweist.
Chronische Borrelien-Infektionen können sich als Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis), Neuroborreliose oder als Acrodermatitis chronica athrophicans manifestieren, in selteneren Fällen auch als Lymphozytom oder Karditis.
Die Lyme-Arthritis tritt gewöhnlich erst Monate bis Jahre nach Übertragung der Infektion auf. Sie äußert sich meistens als Mono- oder Oligoarthritis mit einer Prädilektion der Kniegelenke. Im Gegensatz zur Frühphase der Borrelien-Infektion ist die Lyme-Arthritis als chronische Manifestation der Borreliose durch eine positive Antikörper-Antwort charakterisiert. Die Differenzierung einer Antikörper-Reaktion bei persistierenden und abgelaufenen Infektionen kann langfristig durch den Titerverlauf erfolgen. Darüber hinaus ist bei der Lyme-Arthritis in der Regel auch der Erreger-Direktnachweis durch PCR in der Synovialflüssigkeit möglich. Die meisten Patienten mit einer Lyme-Arthritis sprechen auf eine antibiotische Behandlung an (Doxycyclin, Ceftriaxon, Amoxicillin). Bei einigen Patienten tritt allerdings eine chronische Entzündung der Kniegelenke auf, für die ursächlich u.a. Erreger-induzierte intrasynoviale Autoimmunreaktionen verantwortlich sein können. Therapeutisch kommt in diesen Fällen daher auch eine antiphlogistische oder immunsuppressive Therapie in Betracht.