Allergien: Heuschnupfen und Neurodermitis als Zivilisationskrankheiten

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

03.07.2007 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr PD Dr. A. Kromminga
Allergien - eine Zivilisationskrankheit

20.35 Uhr PD Dr. R. Fölster-Holst
Neurodermitis – Genetik, Klinik, Therapie

21.10 Uhr Prof. Dr. T. Werfel
Vom Heuschnupfen zur Nahrungsmittelallergie

21.45 Uhr Fallbeispiele

22.15 Uhr Diskussion

22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Heuschnupfen, allergisches Asthma, Neurodermitis und IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien stellen Erkrankungen des atopischen Formenkreises dar. Die Prävalenz dieser Erkrankungen hat in den letzten vier Dekaden in den westlichen Industrieländern deutlich zugenommen, wobei veränderten Umweltbedingungen und „Life Style“-Faktoren eine entscheidende Rolle zugeschrieben wird.

Die Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist eine familiär gehäuft auftretende chronisch rezidivierende Erkrankung, die klinisch eine große Variabilität aufweist. Der quälende Juckreiz und entstellende, stark entzündliche Hautveränderungen sind mit einer erheblich beeinträchtigten Lebensqualität des Patienten und seiner Familie verbunden. Im Zentrum therapeutischer Maßnahmen stehen die Beachtung von individuellen Provokationsfaktoren, die konsequente Hautpflege sowie die kurzfristige Anwendung topischer Kortikosteroide und /oder Calcineurininhibitoren bei Exazerbation. Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, kommen systemische Pharmaka und physikalische Maßnahmen (UV-Licht) sowie verhaltensmedizinische Konzepte (Kratzkontrollstrategien) im Rahmen von Schulungsprogrammen zum Einsatz. Häufigen Komplikationen wie beispielsweise der Impetiginisierung mit S. aureus und dem Eczema herpeticatum sind frühzeitig mit entsprechenden Antibiotika bzw. Virustatika zu begegnen.

Obwohl die allergischen Erkrankungen insgesamt sehr häufig sind, können sie im Einzelfall eine große diagnostische Herausforderung darstellen. Insbesondere bei Nahrungsmittelallergien ist das Verhältnis zwischen vermuteter und objektivierbarer Symptomatik mit etwa 10:1 sehr hoch. In diesem Übersichtsvortrag sollen an ausgewählten Beispielen zur respiratorischen Allergie und zur manchmal „kniffeligen“ Diagnostik von Nahrungsmittelallergien aktuelle Aspekte zur Diagnostik dargestellt werden. Generell gilt für jegliche Diagnostik bei vermuteten Allergien: Positive Testergebnisse sind nur bei korrespondierenden Symptomen klinisch relevant. Im Falle der immer wieder aktuellen respiratorischen saisonalen Problematiken hat die Anamnese einen hohen Stellenwert. Bei unklarem Zusammenhang kann nur eine (kontrollierte) Allergenprovokation die Diagnose sichern. Zelluläre Allergenstimulationstests, wie die durchflusszytometrische Bestimmung der Basophilendegranulation, können in Einzelfällen bei Allergenen mit unzureichender serologischer IgE-Bestimmung eine Sensibilisierung aufdecken. „Neue“ Allergie-Testsysteme müssen jedoch in kontrollierten Studien hinsichtlich der klinischen Interpretation der Ergebnisse validiert worden sein, bevor sie in der Praxis individuell eingesetzt werden.

Da die Abklärung von Allergien auf einer diagnostischen Pyramide aus Anamnese, Hauttests, IgE-Bestimmungen sowie ggf. spezialisierten Labortests beruht, möchten wir die anstehende Fortbildungsveranstaltung interaktiv gestalten und Ihnen die Möglichkeit geben, Fallbeispiele aus Ihrer Praxis zu diskutieren.