Aktuelle Themen in der Infektiologie: SARS und Infektionen nach Zeckenstich

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Prof. Arndt & Partner
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

22.04.2003 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 2 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr Prof. Dr. Herbert Schmitz
SARS: Die globale Ausbreitung einer neuen Infektionskrankheit

20.45 Uhr Diskussion

21.00 Uhr Dr. Thomas Meyer
Durch Zecken übertragene Infektionen in Deutschland

21.30Uhr Diskussion

zum Thema:

Am 11.02.2003 wurde der WHO das Auftreten akuter respiratorischer Erkrankungen in Südchina gemeldet. Diese als SARS (severe acute respiratory syndrome) bezeichnete Lungenerkrankung steht seit dem Auftreten der ersten Verdachtsfälle in Deutschland auch bei uns im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Weltweit sind 1622 SARS-Erkrankungsfälle beschrieben, 58 davon mit letalem Verlauf (WHO, Stand 31.03.03). In Deutschland sind bis zu diesem Zeitpunkt 5 SARS-Fälle dokumentiert worden. Als Infektionserreger ist ein Virus der Gruppe der Coronaviren identifiziert worden.
In der aktuellen Diskussion stehen vor allem die Frage nach der Berücksichtigung von SARS in der differentialdiagnostischen Abklärung respiratorischer Erkrankungen bei Patienten mit entsprechender Reiseanamnese oder Kontakt mit symptomatischen Personen aus Süd-Ost-Asien und welche Schritte bei einem entsprechenden Verdachtsfall notwendig sind.

Neben der aus aktuellen Anlaß aufgenommenen SARS-Thematik werden im zweiten Teil der Veranstaltung andere in dieser Jahreszeit vermehrt auftretende Infektionen behandelt. Mit Beginn des Frühjahrs nehmen alljährlich die durch Zecken übertragenen Infektionserkrankungen zu. Die wichtigsten Zeckenstich-assoziierten Infektionen stellen die durch Borrelien verursachte Lyme Borreliose (LB), die durch Ehrlichien verursachte humane granulozytäre Ehrlichiose (HGE) und die virale Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) dar, wobei LB mit Abstand am häufigsten ist.
Die durch Zecken übertragenen Infektionen können mit zahlreichen verschiedenen klinischen Symptomen assoziiert sein, aber auch asymptomatisch verlaufen. Das Leitsymptom der frühen Borreliose, das Erythema migrans, tritt in etwa 60% der Infektionen auf. In diesen Fällen ist eine Borrelien Infektion in der Regel klinisch diagnostizierbar. Darüber hinaus existiert aber ein breites Spektrum unspezifischer Symptome, die sich bei den verschiedenen durch Zecken übertragenen Infektionen zum Teil überschneiden. Die Komplexität der klinischen Manifestationen der Borreliose, Ehrlichiose und FSME erfordert daher häufig eine diagnostische Abklärung durch Laboranalysen.
Diese Untersuchungen beinhalten in erster Linie die Bestimmung von IgG- und IgM-Antikörpern im Serum und ggf. auch im Liquor cerebrospinalis. Bei bestimmtem Fragestellungen stellt der Direktnachweis der Erreger durch PCR eine sinnvolle Ergänzung dar. Darüber hinaus kann das Infektionsrisiko nach einem Zeckenstich duch die Untersuchung der Zecke auf Borrelia burgdorferi HGE-Erreger und FSME-Viren abgeklärt werden.
Während die Borreliose und HGE in der Regel mit Antibiotika behandelt werden kann, existiert für die virale FSME keine Kausaltherapie. Andererseits ist im Rahmen der Prävention eine Impfung zur Zeit nur für die FSME-Virus Infektion verfügbar.