1. Frühjahrssymposium:
Leber
Vortragsveranstaltung
Ort
Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Datum
27.02.2008 um 16:15 Uhr
Anmeldung
Wir bitten Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen.de) zu schicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 zu benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.
Hinweis
Sehr geehrte Kolleginnen,
Sehr geehrte Kollegen,
Seit vielen Jahren finden die von Prof. Rüdiger Arndt initiierten Vortragsveranstaltungen regelmäßig an Dienstagabenden im Labor Lademannbogen statt. Das breite Spektrum medizinischer Themen stößt dabei stets auf positive Resonanz.
Zum 25jährigen Bestehen unseres Laborinstituts möchten wir gemäß dem Leitsatz „bonum acquirere et conservare“ diese erfolgreiche Tradition nicht nur aufrechterhalten, sondern unser Fortbildungsprogramm erweitern.
Daher laden wir Sie herzlich zum „Labor Lademannbogen 1. Frühjahrssymposium“ mit dem Thema „Leber“ ein. Das Symposium wird einen aktuellen Überblick über Lebererkrankungen bieten und die Möglichkeit geben, sich mit den renommierten Experten auszutauschen.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Dr. A. Lämmel
R. Arndt-Marić
Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat das Symposium mit 7 Punkten bewertet.
Programm
16:30 Einführung und Übersicht
Prof. Dr. A. Lohse
17:00 Epidemiologie und Diagnostik der Virus-Hepatitis
Dr. C. Noah
17:30 Aktuelle Therapie der Virus-Hepatitis B
PD Dr. J. Petersen
18:00 Virus-Hepatitis C: Beispielhafte Therapiestrategien
PD Dr. H. Hinrichsen
18:30 Pause, Imbiss
19:00 Genetische Lebererkrankungen
Dipl. Biol. W. Schmidt
19:30 Autoimmune Lebererkrankungen
PD Dr. A. Kromminga
20:00 Lebertransplantation - Chancen und Risiken
Prof. Dr. M. Sterneck
20:30 Neue Therapiemöglichkeiten bei Lebertumoren
Prof. Dr. T. Greten
21:00 Zusammenfassung und Ausblick
Prof. Dr. A. Lohse
zum Thema:
Chronische Virushepatitiden zählen zu den häufigsten Ursachen von Lebererkrankungen. In der Diagnostik gewinnen insbesondere molekulare Labormethoden im Hinblick auf eine individualisierte, Response-gesteuerte Therapie zunehmend an Bedeutung. Auch die Therapieoptionen haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Neben den immunmodulatorisch und indirekt antiviral wirkenden Interferonen sind bei der Behandlung von HBV-Infektionen und den bekannten direkt antiviral wirkenden Nukleos(t)idanaloga Lamivudin und Adefovir jüngst zwei weitere potente Substanzen, Entecavir und Telbivudin, zugelassen worden. Für das aus der HIV-Therapie bekannte Tenofovir wird die Zulassung in diesem Jahr erfolgen. Bei der Behandlung von HCV-Infektionen stellt derzeit die kombinierte Anwendung von pegyliertem Interferon und körpergewichtsadaptiertem Ribavirin für eine vom Genotyp, der Viruslast und der Viruskinetik abhängigen Therapiedauer den Standard in der Behandlung dar.
Neben infektiologischen spielen immunologische und genetische Faktoren in der Diagnostik eine zunehmende Rolle. Die hereditäre Hämochromatose, die durch eine bedarfsunabhängige Aufnahme von Eisen in der intestinalen Mucosa zu einer Eisenüberladung führt, ist die häufigste Erbkrankheit der Leber und muss daher als Ursache jeder unklaren Hepatopathie in Betracht gezogen werden. Primär autoimmune Lebererkrankungen, zu denen die autoimmune Hepatitis, die primär biliäre Zirrhose und die primär sklerosierende Cholangitis zu zählen sind, machen 15% der Patienten mit chronischer Hepatitis aus. Die molekulare Charakterisierung und Verwendung rekombinanter humaner Autoantigene hat die Diagnostik in den letzten Jahren entscheidend verbessert.
Schätzungsweise 40.000 Patienten sind 2006 in Europa an einem hepatozellulären Karzinom (HCC) erkrankt. Eine kurative Therapie ist häufig nicht mehr möglich, da die Mehrzahl der Fälle erst spät diagnostiziert wird. Die vor kurzem in einer Phase III Studie dargestellte Therapie mit Sorafenib, einem neuen Multi-Tyrosinkinase-Inhibitor, zeigt hingegen eine Verlängerung des mittleren Überlebens von Patienten mit fortgeschrittenem HCC.
Die Lebertransplantation hat in den letzten 20 Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Mit potenteren Immunsuppressiva zur Prophylaxe von Abstoßungsreaktionen und ausgereifteren chirurgischen Techniken hat sich die 3-Jahres Überlebensrate nach Lebertransplantation auf bis zu 94% verbessert.
Insgesamt zeigt sich ein faszinierendes Spektrum vielfältiger neuer Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapie von Lebererkrankungen, die im Verlaufe des Symposiums vorgestellt und diskutiert werden.