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Epidemiologisch nimmt bei chronischen viralen Hepatitiden der Anteil an HCV-Infektionen
im Vergleich zu den weiterhin bisher weltweit am meisten vertretenen HBV-Infektionen zu.
Ursache hierfür ist die bekannterweise hohe Chronifizierungsrate der HCV-Infektionen (ca.
80 %) und das bisherige Fehlen eines Impfstoffes im Gegensatz zur HBV-Infektion (ca. 10 %
chronischer Verlauf) angeführt werden. Nach den WHO-Richtlinien der IARC (International
Agency for Research on Cancer) werden die HBV- und HCV-Infektionen in die Gruppe I der
Agentien/ Erreger mit dem höchsten karzinogenen Potential zugeordnet. Dennoch läßt sich
bei der Hepatitis C Infektion mit der Kombinationstherapie Interferon/ Ribavirin ein
Teilerfolg mit ca. 40 % bei dem bei uns am meisten vertretenen HCV-Genotyp Nr.1 verzeichnen,
der durch den Einsatz von Depot-Interferon (Pegylated Interferon) auf wahrscheinlich mehr als
50 %, ebenfalls in der Kombinationstherapie, verbessert werden kann. Eine mögliche
Einschränkung für den Therapiedauererfolg bei HCV-/HBV-Infizierten stellen die zunehmend mehr
auftretenden Resistenzen, wie sie bei der HIV-Diagnostik schon länger bekannt sind, gegenüber
den eingesetzten Therapeutika (IFN, Lamivudin) dar.
Die erfolgreiche Anwendung von HAART (highly active antiviral therapy) bei HIV-infizierten
Patienten führt dazu, daß bei HIV-/HCV- bzw. HIV-/HBV- bzw. HIV-/HBV-/HCV-koinfizierten Patienten
zusätzliche Hepatitis spezifische Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, da hierbei die
Progredienz zum Leberzellkarzinom im Vergleich zur Monohepatitisinfektion deutlich erhöht ist.
Die Behandlung der HIV-Infektion stellt nach wie vor den Schrittmacher der antiviralen Therapie
dar. Nachdem gegenwärtig 17 antiretrovirale Substanzen aus 3 Wirkstoffgruppen zugelassen sind,
stehen mehrere neue Substanzen mit anderen Wirkmechanismen vor der Zulassung.
Neue Therapiestudien u.a. mit dem Fusionsinhibitor T20, mit Tenofovir, mit Interleukin-2 und
mit Remune werden derzeit in Hamburg durchgeführt. Während der zurückliegenden Jahre kam es in
Hamburg zu einer rapiden Zunahme von behandlungsbedürftigen Syphilisfällen, die vor allem die
Gruppe der HIV-positiven homosexuellen Männer betrifft. Eine retrospektive Auswertung, an
der u.a. 10 Hamburger Einrichtungen teilnahmen, zeigte eine Zunahme HIV-assoziierter
Syphilisfälle von 19 im Jahr 1977 auf 72 im Jahr 1999. Besondere Bedeutung kommt hierbei
dem Umstand zu, daß bei vorhandener Syphilis das Risiko für die sexuelle HIV-Übertragung
dramatisch ansteigt. Bisher wurde das HHV-8-Virus nur als Auslöser des Kaposi-Syndroms im
Rahmen der HIV-Infektion diskutiert. Neueste Berichte haben aber
gezeigt, daß das HHV-8-Virus auch bei anderen Immundefekten von Bedeutung sein kann. Die Resultate
einer Hamburger Studie mit mehr als 500 Patienten, bei der HHV-8-Serologie und PCR-Untersuchungen
durchgeführt wurden, sollen vorgestellt und diskutiert werden.
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