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Kinderrheumatologische Erkrankungen werden oft spät erkannt, da man diese Erkrankung bei Kindern
häufig nicht vermutet. Nach epidemiologischen Untersuchungen hat jedes 800. Kind eine juvenile
rheumatische Gelenkentzündung. Da die Kinder sich selten über Schmerzen in den Gelenken beklagen
und eher die Gelenke schonen, ist die Diagnosestellung schwieriger. Die Laboruntersuchungen können
helfen die Diagnose zu stellen, aber die negativen Befunde schließen die Diagnose nicht aus. Die
konventionelle Röntgenuntersuchung ist auch nicht hilfreich, da diese Arthritiden meistens nicht
erosiv sind. MRT und Knochenszintigraphie können bei gezielter Fragestellung helfen. Eine diagnostische
Gelenkpunktion ist bei Monarthritiden fast immer zu empfehlen. Es ist immer noch die Gelenkuntersuchung
mit ausführlicher Anamnese, die am sichersten zur Diagnose führt.
Die labormedizinische Analyse von
Synovialflüssigkeiten ermöglicht im Zusammenhang mit dem klinischen Bild in vielen Fällen eine
spezifische Differntialdiagnose entzündlich rheumatischer Erkrankungen. Im Rahmen einer rationellen
Stufendiagnositk wird hierbei zunächst zwischen entzündlichen und nichtentzündlichen Prozessen
differenziert. Der Anschluß von weiterführenden Untersuchungen erfolgt dann nur bei nachgewiesenen
Entzündungszeichen. Heranwachsende Rheumakranke stellen die betreuenden Haus- und Fachärzte vor speziellen
Aufgaben. Das Behandlungsprinzip wechselt vom kindlichen Patienten, der ärztlich betreut wird, zum
erwachsenen Patienten, der ärztliche Behandlung sucht.
Die wachsende Übernahme von Eigenverantwortung für
sich selbst, Fragen nach der weiteren Prognose der Erkrankung, den möglichen Ausbildungs- und Berufswegen
und die Beratung in Fragen der Sexualität und Familienplanung bestimmen zunehmend das Arzt-Patienten-Verhältnis.
Während sich einige Formen juveniler Arthritiden, z.B. die oligoartikulären und spondylarthritischen
Verlaufsformen, in der Pubertät häufig bessern oder remittieren, verlaufen andere Formen, etwa die juvenile
rheumatoide Arthritis mit systemischen Manifestationen, progredient und bedürfen wegen möglicher
extraartikulärer Manifestationen an inneren Organen oder ZNS interdisziplinärer Betreuung und aggressiver
Therapie. Für eine optimale Betreuung rheumakranker Heranwachsender bietet es sich an, die hausärztliche
Betreuung durch eine Spezialsprechstunde für Adoleszentenrheumatologie zu ergänzen, in der Kinder-
und Erwachsenenrheumatologen eng miteinander kooperieren und die Heranwachsenden einige Zeit lang gemeinsam betreuen.
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