

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine Autoimmunerkrankung unbekannter Ätiologie, die
bei ca. 1 % der Bevölkerung auftritt. Im Gegensatz zur weitgehend unklaren Ätiologie sind
die immunpathologischen Mechanismen, die den chronischen Entzündungsprozeß
unterstützen besser untersucht. Aufgrund der mit einer erniedrigten Interferon-Gamma und
erhöhten Interleukin-4- und Interleukin-10-Produktion einhergehenden klinischen Verbesserung
wird vor allem der lokalen Zytokin-Balance eine wichtige Rolle beigemessen. Zahlreiche
Studien konnten eine Korrelation zwischen HLA-DR4 und der RA belegen.
Die stärkste Assoziation
findet sich mit den HLA-DR-Subtypen Dw4 und Dw14, welche vorwiegend bei progressiven
Verlaufsformen beobachtet werden. Weitere Untersuchungen haben gezeigt, daß 80 - 90 % aller
RA-Patienten ein gemeinsames Epitop auf ihren HLA-DRß-Ketten aufweisen. Die Analyse von HLA-DR4
und des RA-Epitops als genetisch determinierte Prognosemarker bieten die Möglichkeit einer
Risikoabschätzung für RA-Patienten bereits in einer frühen Erkrankungsphase. Auch die
therapeutischen Möglichkeiten der klinischen Rheumatologie haben sich in den vergangenen Jahren
erheblich erweitert. Neben den nichtsteroidalen Antiphlogistika und Glukokortikoiden steht für
die sogenannte Basistherapie heute eine größere Zahl von langwirksamen Antirheumatika (LWAR, sog.
Basistherapeutika), Immunsuppressiva und neuerdings Immunmodulatoren zur Verfügung.
Bei der "risikoadaptierten Basistherapie der chronischen Polyarthritis" wird eine dem individuellen Fall
angepaßte Therapiestrategie ausgewählt. Neben der symptomorientierten Behandlung kommen beispielsweise
bei Verlaufsformen mit günstigem Risikoprofil Antimalariamittel zum Einsatz, während bei mäßig
aktiver chronischen Polyarthritis Methotrexat und bei ernster Prognose eine Kombinationstherapie
und/oder immunmodulatorische Substanzen (Leflunomid, TNF-Antagonisten) als neue Basistherapeutika
angewendet werden.
Die Auswahl der geeigneten Therapiestrategie aus dem wachsenden therapeutischen
Repertoire wird meist durch den spezialisierten Rheumatologen erfolgen, während die Therapieüberwachung
und Dosisanpassung eine wichtige Aufgabe aller die Patienten betreuenden Ärzte ist. Insofern sind
Diagnostik, Therapieplanung und Überwachung bei chronisch Rheumakranken eine zentrale Aufgabe für ein
Netzwerk kooperierender Arztgruppen.
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