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Schilddrüsendiagnostik - Bestimmung der Schilddrüsenhormonkonzentrationen
Die Bestimmung des basalen TSH stellt das am besten geeignete Screeningverfahren
zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion dar. Bei einem pathologischen
TSH-Wert ist die Bestimmung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und (ggf. auch)
Trijodthyronin (T3) indiziert.
Zur Messung der Schilddrüsenhormonkonzentrationen im Serum existieren prinzipiell zwei verschiedene
Ansätze: die Bestimmung der Gesamthormone (Totalkonzentrationen) TT4 und TT3 bzw. die
Messung der biologisch wirksamen freien Hormone fT4 und fT3. Das T4 liegt zu über 99,9 %
proteingebunden im Serum vor, wobei die Bindung hauptsächlich an das Thyroxin-bindende
Globulin (TBG), deutlich schwächer an das Transthyretin (TTR) und in geringem Ausmaß an das
Albumin erfolgt. Das T3 ist ebenfalls an TBG, allerdings mit etwa zehnfach geringerer Affinität als
das T4, und Albumin, aber nur minimal an TTR gebunden. Lediglich die sehr geringen Konzentrationen
der nicht Protein-gebundenen, freien Schilddrüsenhormone (normal ca. 0,03 % der Gesamt-T4- und 0,3 %
des Gesamt-T3-Konzentration im Serum) repräsentieren die aktuelle Schilddrüsenfunktion. Bei Veränderungen
der Konzentrationen oder der Bindungsfähigkeit der Transportproteine (TBG, TTR und Albumin) kommt
es zu gleichsinnigen Veränderungen der Gesamthormonspiegel bei gleichbleibenden freien
Hormonfraktionen und damit unveränderter Schilddrüsenfunktion. Insbesondere die Erhöhung der
TBG-Konzentration während der Schwangerschaft bzw. unter Östrogenmedikation führt bei alleiniger
Bestimmung der Gesamtschilddrüsenhormone immer wieder zu Fehlinterpretationen, Erniedrigungen des
TBG (Proteinverlustsyndrome, Malnutrition, bestimmte Medikamente) können entsprechend Anlaß zur
Fehldiagnose im Sinne einer Hypothyreose geben.
Unter Berücksichtigung dieser Gegebenheiten lautet die Empfehlung der Sektion
Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, die Funktionsdiagnostik
auf der Basis der freien Schilddrüsenhormonspiegel durchzuführen.
Für die Bestimmung der freien Schilddrüsenhormone und der basalen TSH-Konzentration
wird pro Parameter jeweils ein ml Serum benötigt. Sollte eine L-Thyroxinmedikation erfolgen,
so empfiehlt sich eine Blutentnahme vor Medikamenteneinnahme, da andernfalls unplausibel hohe
fT4-Werte resultieren können. Für die freien Schilddrüsenhormone wird eine Stabilität
über sieben Tage bei Raumtemperatur angegeben, vorzuziehen ist grundsätzlich die
Lagerung bei 4° C. Ein Probenversand innerhalb entsprechender Zeitgrenzen ist somit unkritisch.
Bei nicht plausibler Konstellation von TSH-Befund einerseits und freien Schilddrüsenhormonspiegeln
andererseits sollte auch an endogene Schilddrüsenhormonautoantikörper gedacht werden.
Material: pro Parameter 1 ml Serum
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