2 ml EDTA-Blut
Nachweis von Mutationen im FAH-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung
Mutationsanalyse zur Differentialdiagnose bei - Patienten mit Verdacht auf Tyrosinämie - familiärer Häufung von Tyrosinämie
Die Tyrosinämie Typ I ist eine autosomal rezessiv vererbte Stoffwechselkrankheit, die durch einen enzymatischen Mangel an Fumarylazetoazetathydrolase (Fumarylacetoacetase) bedingt ist. Betroffene Patienten akkumulieren Tyrosin und dessen Abbauprodukte (v.a. Succinylaceton). Klinisch imponieren eine rasch progrediente Hepatopathie bis hin zum akuten Leberversagen in den ersten Lebenswochen und eine generalisierte renale Tubulopathie. Akute Verlaufsformen treten im Säuglingsalter auf, die seltenere subakute/chronische Form manifestiert in der Regel nach dem 6. Lebensmonat mit Gedeihstörung, Hepatomegalie mit beeinträchtigter Bildung der Gerinnungsfaktoren, progressiver Hepatopathie bis hin zur Leberzirrhose, tubulärer Dysfunktion der Niere mit hypophosphatämischer Rachitis und Porphyrie-ähnlichen neurologischen Attacken (Hemmung der Delta-Aminolävulinsäure-Dehydratase durch Succinylaceton (siehe Delta-Aminolävulinsäure-Dehydratase ). Für die Tyrosinämie Typ I verantwortlich ist das auf dem langen Arm von Chromosom 15 lokalisierte FAH-Gen, für das bisher mehr als 40 verschiedene Mutationen identifiziert wurden (The Human Gene Mutation Database, Stand 03.2008). Durch die molekulargenetische Untersuchung werden etwa 95% der Mutationen im FAH-Gen sicher erkannt. Der Erbgang ist autosomal rezessiv.
Humangenetik
Stand: 04.08.2010
|