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Gerinnung

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  Fibrinogen - Aktivität
  funktionell
Referenzbereich
200 - 450 mg/dl

Material
3 ml Citrat-Blut

Klinische Relevanz
Präoperatives Screening zur Erfassung bzw. Ausschluß einer Blutungsneigung durch Hypo-/Dysfibrinogenämie

Therapieüberwachung bzw. Steuerung bei fibrinolytischer Behandlung

angeborener und erworbener Fibrinogenmangel bzw. Dysprotein
Leberparenchymschäden
Verbrauchskoagulopathien

Akute-Phase-Protein bei z.B. jeder Entzündung, postoperativ
Schwangerschaft (physiologisch)

Anmerkungen
H: Der angeborene Fibrinogenmangel ist selten. Die kongenitale Afibrinogenämie bzw. Hypofibrinogenämie ist mit einer schweren Blutungsneigung assoziiert. Häufiger sind die sogenannten Dysfibrinogenämien, bei denen eine normale immunologische Konzentration mit verminderter Aktivität vorliegt. Hier sind verschiedene Varianten beschrieben worden, die z.T. mit einer Blutungsneigung, überwiegend jedoch mit einer Thrombose- bzw. Abortneigung assoziiert sind. Laborchemisch sind die folgenden Parameter für die Diagnostik wichtig: Fibrinogen funktionell (n. Clauss bzw. errechnet, Fibrinogen immunologisch, Thrombinzeit, Reptilasezeit). Im allgemeinen ist der Quick-Test sensibler als die PTT, um ein Dysfibrinogen anzuzeigen. Der erworbene Fibrinogenmangel wird beobachtet als Folge verminderter Synthese (Leberfunktionsstörung); vermehrten Verbrauchs (z.B. Verbrauchskoagulopathie, Fibrinolysetherapie, Chemotherapie, Hyperfibrinolyse), vermehrten Verlustes (z.B. Aszites, ausgedehnte Wundflächen (Brandwunden), Verlustkoagulopathie, Lipidapherese). Langfristig erhöhte Fibrinogenwerte werden als weiterer Risikofaktor für thromboembolische Ereignisse, insbesondere koronare Herzkrankheit, angesehen. Dies bezieht sich auf Patientenkollektive, für den individuellen Patienten ist die Risikoabschätzung nicht sicher möglich. Eine therapeutische Beeinflussung ist nicht möglich. Da das Fibrinogen ein Akute-Phase-Protein ist, kann es durch eine Vielzahl von Faktoren erhöht sein:
chronische Entzündungen, postoperativ, frische Thrombose, Neoplasien, unter Einnahme oraler Kontrazeptiva. In der Schwangerschaft steigt das Fibrinogen physiologischerweise an bis ca. 800 mg/dl peripartal. Mit zunehmendem Alter steigt das Fibrinogen ebenfalls an.
E: Bei Akute-Phase-Reaktionen kann Fibrinogen bis über den dreifachen oberen Referenzwert ansteigen.

Stand: 21.07.2010

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