2 ml EDTA-Blut
Nachweis von Mutationen im ALPL-Gen durch PCR und Sequenzierung.
Mutationsanalyse - bei Patienten mit stark erniedrigter Aktivität der AP (Alkalische Phosphatase) - bei Patienten mit erhöhtem Spiegel von PEA (Phosphoaethanolamin) im Urin - bei Patienten mit erhöhtem Spiegel von anorganischem Pyrophosphat im Blut - bei Patienten mit erhöhtem Spiegel von Pyridoxal-5-Phosphat im Blut - bei Patienten mit auffälliger klinischer Symptomatik wie unten beschrieben - zur Risikoabschätzung bei familiärer Häufung der o.g. Krankheitsbilder.
Die Hypophosphatasie ist eine seltene, autosomal dominant oder rezessiv vererbte Krankheit mit defekter Knochen- und Zahn-Mineralisation auf Grund einer mangelnden Aktivität der Alkalischen Serum- und Knochen-Phosphatase (gewebespezifische alkalische Phosphatase). Substrate dieses Enzyms sind im Blut (anorganisches Pyrophosphat, Pyridoxal-5-Phosphat) und im Urin (Phosphoethanolamin) in erhöhter Konzentration nachweisbar. Die phänotypische Ausprägung ist sehr variabel und reicht von totgeborenen Kindern mit unmineralisierten Knochen bis zu frühem Verlust der Zähne ohne Skelettbeteiligung. Durch die Vielzahl ihrer möglichen Symptome, sowie der Ähnlichkeit und Überschneidung mit anderen Krankheitsbildern wie z.B. Rachitis, Phosphatdiabetes, Hypophosphatämie, Osteoporose, Osteogenesis imperfecta, Morbus Paget, Paradontose, Osteosarkom etc. ist eine Diagnose oft schwierig. Es werden, in Abhängigkeit des Zeitpunkts der Erstmanifestation sechs verschiedene klinische Formen unterschieden, die perinatal lethale (in utero erheblich reduzierte Mineralisation), die perinatal benigne (spontane Besserung der Knochenbefunde), die infantile (Atemkomplikationen, vorzeitige Synostose der Schädelnähte, ausgedehnte Demineralisation und rachitische Veränderungen der Metaphysen), die kindliche Form (Skelettdeformitäten, Kleinwuchs und watschelnden Gang), die adulte Form (Belastungsfrakturen, Oberschenkelschmerzen, Chondrokalzinose und ausgeprägte Osteoarthropathie) sowie die Odontohypophosphatasie (vorzeitiger Verlust der (mit vollständigen Wurzeln ausgestatteten) Milchzähne und/oder schwere Zahnkaries, oft mit Skelettanomalien); Quelle: Orphanet 07.2009. Wegweisend für die Diagnose ist der Nachweis der stark erniedrigten Aktivität der Alkalischen Serum-Phosphatase (AP) bei erhöhtem Spiegel von Phosphoethanolamin/Phosphoaethanolamin (PEA) im Urin. Verursacht wird die Hypophosphatasie durch Mutationen im ALPL-Gen, das auf kurzen Arm von Chromosom 1 ((1p36.1-p34)) liegt und für das bisher mehr als 200 verschiedene Mutationen identifziert wurden (HGMD Stand 07.2009). Durch die molekulargenetische Untersuchung werden etwa 95% der Mutationen im ALPL-Gen sicher erkannt. Die Genanalyse bestätigt sicher die klinische Diagnose bei den Betroffenen und erlaubt die Identifizierung auch bislang symptomfreier Familienmitglieder.
Humangenetik
Stand: 04.08.2010
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