2 ml EDTA-Blut
Nachweis von Mutationen im CP-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung
Mutationsanalyse zur Differentialdiagnose bei - bei Patienten mit stark erniedrigtem bzw. nicht nachweisbarem Coeruloplasmin - bei Patienten mit erniedrigtem Serumeisen - bei Patienten mit erhöhtem Serumferritin - bei Patienten mit erhöhtem Lebereisen - bei Patienten mit klassischer Trias Diabetes, Eisenakkumulation und Auftreten neurologischer Symptome - familiärer Häufung von Acoeruloplasminämie
Die Acoeruloplasminämie (Acaeruloplasminämie,Aceruloplasminämie, Azäruloplasminämie) ist eine autosomal rezessive Erkrankung des Eisenstoffwechsels, die sich in der Regel zwischen der 3. und 5. Dekade manifestiert. Klinisch imponieren Diabetes, milde Anämien, retinale Degenerationen und neurologische Symptome (v.a. Ataxie, Chorea, extrapyramidale Symptome, Blepharospasmen, Demenz, Sprachverlust). Wegweisend für die Diagnosestellung ist der Nachweis einer Eisenakkumulation bei gleichzeitigem Fehlen bzw. starker Erniedrigung (Hypocoeruloplasminämie) von Coeruloplasmin (CP), siehe auch Coeruloplasmin im Serum. Eine exakte Diagnosestellung ist wichtig, da im Gegensatz zu repräsentativen Eisenüberladungen wie Hämosiderose/Hämochromatose (siehe auch Hämochromatose Typ 1) sich das Eisen bei Patienten mit einer Acoeruloplasminämie nicht per Aderlass reduzieren lässt. Coeruloplasmin wird v.a. in der Leber und im Gehirn synthetisiert, ist ein Akute-Phase-Protein und katalysiert als Ferroxidase die Oxidation von Fe2+ (resorbierte Form von Eisen) zu Fe3+ (Transportform von Eisen) in der Darmmucosa. CP spielt eine wichtige Rolle bei der Eisenhomöostase. Fehlt diese Funktion kommt es zur Akkumulation von toxischem zweiwertigem Eisen, die langfristig in Gewebeschädigungen resultiert. Darüberhinaus regelt CP den Transport von Kupfer aus dem intra- in den extrazellulären Raum (siehe auch Morbus Wilson bzw. Menkes-Syndrom) und bindet mindestens 90%-95% des gesamten Kupfers im Plasma. Für die Acoeruloplasminämie verantwortlich ist das auf dem langen Arm von Chromosom 3 lokalisierte CP-Gen, für das bisher mehr als 40 verschiedene Mutationen identifiziert wurden (The Human Gene Mutation Database, Stand 02.2009). Durch die molekulargenetische Untersuchung werden mehr als 95% der Mutationen im CP-Gen sicher erkannt. Der Erbgang ist autosomal rezessiv.
Stand: 21.07.2010
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