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Analysen-Spektrum

Humangenetik

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  CDG-Syndrom, CDG 1a
 
Material
2 ml EDTA-Blut (Mutationsanalyse: PMM2-Gen)

Verfahren
Nachweis von Mutationen im PMM2-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung

Klinische Relevanz
Mutationsanalyse zur Differentialdiagnose bei

- Patienten mit u.g. klinischer Symptomatik
- familiärer Häufung von CDG-Krankheitsbildern

Anmerkungen
„Congenital Disorders of Glycosylation“ (CDG) sind hereditäre Störungen der Glykoproteinbiosynthese, die zu Multiorgan-Erkrankungen mit oftmals schweren neurologischen Störungen führen (siehe auch "Carbohydrate deficient transferrin", CDT). Bis heute wurden 18 verschiedene autosomal rezessiv vererbte CDG-Typen beschrieben (Deutsches Ärzteblatt 2006; 103(46): A 3101–7), die in zwei Hauptgruppen unterteilt werden (CDG-I und CDG-II). Die häufigste Form des CDG-Syndroms wird als CDG-1a bezeichnet und betrifft etwa 80 Prozent aller bekannten CDG-Patienten. Verursacht wird CDG-1a durch Mutationen im PMM2-Gen, welches das Enzym Phosphomannomutase 2 kodiert und auf dem kurzen Arm von Chromosom 16 liegt. Der Enzymdefekt führt zur verminderten Synthese von GDP-Mannose und resultiert in einem Verlust kompletter Oligosaccharidketten an Glykoproteinen (siehe auch CDT). Charakteristisch ist das sehr heterogene, variable klinische Erscheinungsbild (Deutsches Ärzteblatt 2006; 103(46): A 3101–7).

Das CDG-1a-Syndrom kann in 4 klinische Verlaufsformen eingeteilt werden:

1. Frühinfantil, 0–3 Jahre: multisystemisch (psychomotorische Retardierung, Dysmorphien, zerebelläre Hypoplasie, axiale Hypotonie
2. Spätinfantil, 3–10 Jahre: mentale Retardierung, Retinitis pigmentosa, Ataxie, Anfallsleiden
3. Adoleszent, 10–16 Jahre: Atrophie der unteren Extremitäten
4. Adult, ab 16 Jahre: nicht progrediente Ataxie und mentale Retardierung, periphere Neuropathie, skoliotische Veränderungen, hypergonadotroper Hypogonadismus bei weiblichen Patienten

Je nach Krankheitsstadium werden klinisch eine Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen beobachtet:
Entwicklungsverzögerungen kombiniert mit gestörter Nahrungsaufnahme und häufigem Erbrechen, Ataxie, Mikrozephalie, verminderter Nervenleitgeschwindigkeit, persistierende Infektionen, Hydrops fetalis, bei der Geburt invertierte Brustwarzen und Fettansammlungen im Gesäß- und Oberarmbereich, Strabismus, Retinitis pigmentosa, optische Atrophie, Kolobome der Iris und Katarakte, vermindertes Wachstum, Hypogonadismus, Hyperinsulinämie, Osteopenie, Exostosen, Gelenkkontrakturen, Koagulationsstörungen, die mit Thrombosen, Hämophilie und Phlebitis einhergehen können, Kardiomyopathie, Perikarditis, Perikardergüsse, chronische Diarrhöe, Hepatomegalie, Enteropathie mit Proteinverlust, Proteinurie, renale Mikrozysten und proximale Tubulopathien.

Anforderungsschein
Humangenetik

Stand: 21.07.2010

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