2 ml EDTA-Blut
Sequenzierung der Mutationen R702W, G908R und 3020insC alle Mutationen im kodierenden Bereich des CARD15 Gens
Verdacht auf Morbus Crohn Verwandte des Indexpatienten
M. Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch verlaufende Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, die durch Durchfälle und/oder Bauchschmerzen gekennzeichnet sind. Bei der Mehrzahl der Betroffenen kommt es nach langjährigem Krankheitsverlauf zu Komplikationen wie Fistelbildung, Abszessen oder Darmverschluss, die häufig eine Operation erforderlich machen. In Deutschland sind bis zu 300 000 Patienten von einer der beiden Erkrankungen betroffen. Die Prävalenz des M. Crohn liegt damit bei etwa 1:500 bis 1:800. Die Pathogenese der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist zum Teil noch nicht geklärt, doch ist sicher, daß sowohl vererbbare genetische Prädispositionen als auch Umwelteinflüsse daran beteiligt sind. Als weitere beeinflussende Faktoren werden Infektionen, psychische Faktoren und Störungen des intestinalen Immunsystems diskutiert. Für eine starke genetische Komponente des M. Crohn sprechen Ergebnisse aus der Zwillingsforschung; Verwandte ersten Grades von M. Crohn Patienten haben z. B. ein 10fach erhöhtes Risiko ebenfalls an M. Crohn zu erkranken. Als erstes Gen des polygenetischen Erbganges konnte auf Chromosom 16 das CARD15 Gen identifiziert werden. Es konnte eindeutig ein Zusammenhang zwischen genetischen Veränderungen im CARD15 Gen und M. Crohn nachgewiesen werden. Durch ein verändertes Genprodukt von CARD15 wird die Aktivierung des Immunsystems durch eindringende Bakterien gestört und es kommt zu einer überschießenden anhaltenden Entzündung des Darms. Die drei häufigsten Veränderungen im CARD15 Gen (R702W, G908R und 3020insC) sind unabhängig voneinander mit M. Crohn assoziiert. Bei bis zu 60% aller M. Crohn Patienten läßt sich mindestens eine dieser Varianten nachweisen, bei ca. 15% lassen sich sogar 2 Mutationen nachweisen. Heterozygote Mutationsträger haben ein 2-4 fach erhöhtes relatives Risiko, an M. Crohn zu erkranken, Personen mit 2 Mutationen ein 20-40 fach erhöhtes relatives Risiko.
Humangenetik
Stand: 04.08.2010
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