2 ml EDTA-Blut
Stufendiagnostik: 1. Fibrinogen-Alpha-Gen 2. Transthyretin-Gen 3. ApoA1-Gen 4. Lysozym-Gen
Mutationsanalyse zur Differentialdiagnose bei - Amyloidose unklarer Ursache - Verdacht auf eine systemische AL-Amyloidose - familiärer Häufung von Amyloidose
Amyloidosen werden in hereditäre und erworbene Formen unterteilt. Die hereditäre Amyloidose manifestiert sich meist zwischen dem 30. und 70. Lebensjahr in Form einer sensomotorischen und autonomen Neuropathie und wird autosomal dominant vererbt. Die häufigste Amyloidose wird hierbei durch das Eiweiß Transthyretin verursacht. Die hereditäre Amyloidose führt nach Einsetzen der ersten Krankheitssymptome innerhalb von etwa 5 bis 15 Jahren zum Tod. Die einzige erfolgversprechende Therapie ist zur Zeit die Lebertransplantation. Die wesentlich häufigeren erworbenen Amyloidosen werden in die AA-und die AL-Amyloidose unterschieden. Als Folge einer chronischen Entzündungserkrankung wie z.B. der rheumatoiden Arthritis oder dem familiären Mittelmeerfieber kommt es bei der AA-Amyloidose zur einer Akkumulation von Amyloid A vor allem in der Niere, der Leber und der Milz. Bei der AL-Amyloidose lassen sich dagegen im Überschuß die leichten Ketten monoklonaler Immunglobuline nachweisen. Die Arbeitsgruppe um Lachmann konnte im Jahr 2002 in einer Studie an 350 Patienten mit der Diagnose einer systemischen AL-Amyloidose (N. Engl. J. Med. 346: 1786-1791) nachweisen, dass in etwa 10% der Fälle eine hereditäre Amyloidose als Ursache der Erkrankung vorlag. Krankheitsrelevante Mutationen konnten in den, in der Leber exprimierten Genen für Fibrinogen-Alpha, Transthyretin, Apolipoprotein A1 und Lysozym identifiziert werden. Auf Grund der unterschiedlichen Therapieansätze (bei der AL-Amyloidose in der Regel eine Chemotherapie; bei der hereditären Amyloidose eine Lebertransplantation) ist eine Unterscheidung zwischen erworbener und angeborener Amyloidose extrem wichtig für den Therapie-Erfolg.
Humangenetik
Stand: 21.07.2010
|